Kultur

Zaho de Sagazan: Die schwierige Versöhnung mit dem eigenen Körper

Franceinfo widmet seine Sommerkolumne dem Lied "Mon corps" von Zaho de Sagazan. Die Sängerin beschreibt darin den prüfenden Blick auf den eigenen Körper und die mühsame Kunst, ihn nicht länger als Gegner zu behandeln.

Paris – 07.08.2026: Die Sommerkolumne von Franceinfo nimmt an diesem Freitag ein Lied in den Blick, das seine Kraft aus Zurückhaltung zieht: "Mon corps" von Zaho de Sagazan. Die Sängerin aus Saint-Nazaire spricht darin den eigenen Körper direkt an. Es ist kein Lobgesang auf Selbstoptimierung, keine Parole makelloser Selbstliebe, sondern ein tastendes, bisweilen beschämtes Gespräch mit dem, was einen durch das Leben trägt.

Der französische Titel bedeutet schlicht "Mein Körper". Zaho de Sagazan beschreibt den Blick auf vermeintliche Fehler, die Gewohnheit, sich selbst zu beurteilen, und den Ärger über ein Äußeres, das strengen Erwartungen nie ganz zu entsprechen scheint. Die Erzählerin weiß, dass sie ihrem Körper Unrecht tut. Doch Einsicht und Versöhnung fallen, wie so oft, nicht zusammen.

Das Stück greift damit ein Thema auf, das in der Popmusik lange zwischen Hochglanz und Bekenntnis gefangen war. Sängerinnen erzählen heute häufiger von Körperbildern, Essstörungen, Scham und dem Druck, sichtbar zu sein. Zaho de Sagazan wählt dafür einen anderen Ton als die allzu glatte Ermächtigungsballade: Sie lässt den Widerspruch bestehen. Zärtlichkeit entsteht bei ihr erst dort, wo der Selbstvorwurf nicht wegretuschiert wird.

"Mon corps" gehört zu ihrem Debütalbum "La symphonie des éclairs", das im März 2023 erschien. Das Album machte die Musikerin mit der tiefen, rauen Stimme weit über Frankreich hinaus bekannt. Ihre Lieder verbinden die französische Chansontradition mit elektronischen Klängen. Das Klavier kann dabei ebenso Trost spenden wie ein kleines, beharrliches Alarmzeichen setzen.

Geschrieben und komponiert wurde "Mon corps" von Zaho de Sagazan gemeinsam mit Alexis Delong und Pierre Cheguillaume; das Arrangement stammt von Nicolas Subrechicot. In dieser Zusammenarbeit liegt womöglich die besondere Balance des Stücks: Der Text bleibt nah am Ich, während die Musik ihm Raum gibt, ohne die Unsicherheit zum großen Drama aufzublähen. Der Körper erscheint weder als abstraktes Zeichen noch als bloße Kulisse, sondern als Gegenüber.

Die Franceinfo-Reihe stellt an den Sommerwochenenden Lieder vor, die gesellschaftliche Debatten und Stimmungen der vergangenen Jahre aufgreifen. Bei Zaho de Sagazan liegt der Zeitbezug nicht in einer modischen Losung. Er steckt in der Erlaubnis, mit sich selbst noch nicht im Reinen sein zu müssen. Wer "Mon corps" hört, begegnet keiner fertigen Heldin, sondern einer Stimme, die den Weg zurück zur eigenen Verletzlichkeit erst sucht.

Dass Franceinfo dieses Lied nun hervorhebt, passt zu einer Künstlerin, deren Erfolg nie auf demonstrativer Unverletzbarkeit beruhte. Zaho de Sagazan macht aus dem Unbequemen keine Pose. Sie gibt ihm Rhythmus, Sprache und eine Würde, die ohne Belehrung auskommt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Spotify
  • Paroles.net
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels