Politik & Gesellschaft

Zehn Jahre nach dem Mord an Jacques Hamel: Frankreich gedenkt in Saint-Étienne-du-Rouvray

In Saint-Étienne-du-Rouvray bei Rouen hat Frankreich des vor zehn Jahren ermordeten Priesters Jacques Hamel gedacht. Premierminister Sébastien Lecornu nahm an der nationalen Gedenkfeier teil; der Kirchenvorplatz trägt nun Hamels Namen.

Saint-Étienne-du-Rouvray – 26.07.2026: Zehn Jahre nach dem islamistischen Anschlag auf die Kirche Saint-Étienne hat Frankreich des ermordeten Priesters Jacques Hamel gedacht. An der Zeremonie in der Gemeinde bei Rouen nahmen Premierminister Sébastien Lecornu, Vertreter des Staates und der Kirchen sowie Angehörige und Einwohner teil. Die Veranstaltung verband einen Gottesdienst mit einem republikanischen Gedenken.

Am Morgen des 26. Juli 2016 hatten Adel Kermiche und Abdel Malik Petitjean während einer Messe mehrere Menschen als Geiseln genommen und den 85 Jahre alten Priester getötet. Das Gemeindemitglied Guy Coponet wurde schwer verletzt. Einer Ordensschwester gelang es, die Kirche zu verlassen und Alarm auszulösen. Einsatzkräfte der Brigade de recherche et d'intervention aus Rouen erschossen die beiden Attentäter.

Hamel galt über seine Gemeinde hinaus als zurückhaltender, zugewandter Seelsorger. Sein Tod machte Saint-Étienne-du-Rouvray zu einem prägenden Ort der islamistischen Anschlagsserie, die Frankreich Mitte der 2010er Jahre erschütterte. Die Reaktion der Stadt war seither von dem Bemühen bestimmt, Trauer und kommunalen Zusammenhalt mit dem Dialog zwischen den Religionsgemeinschaften zu verbinden.

Zum zehnten Jahrestag enthüllte die Kommune am Zugang zur Kirche eine Tafel für den neu benannten Parvis Jacques-Hamel. Die Messe zelebrierte Dominique Lebrun, Erzbischof von Rouen; die Predigt hielt Kardinal Jean-Marc Aveline, Erzbischof von Marseille und Vorsitzender der französischen Bischofskonferenz. Anschließend sprachen Bürgermeister Joachim Moyse, Aveline, ein Abgeordneter, der Regionalpräfekt und der Premierminister. Es folgte eine Schweigeminute.

Lecornus Teilnahme verlieh dem Gedenken nationale Bedeutung. Der Anschlag richtete sich gegen einen katholischen Geistlichen, wurde jedoch von Beginn an als Angriff auf die gesamte örtliche Gemeinschaft verstanden. Muslime aus der Gemeinde beteiligten sich bereits 2016 an der Trauer; kommunale und kirchliche Akteure führten diese Zusammenarbeit in den folgenden Jahren fort.

Die Stadt begleitete den Jahrestag mit einer öffentlichen Kampagne, Videointerviews, Podcasts und 13 Zeitzeugenberichten. Darin kommen Hamels Schwester Roseline, Überlebende, kommunale Verantwortliche, Seelsorger und Vertreter muslimischer Organisationen zu Wort. Die Beiträge dokumentieren den Umgang der Kommune mit dem Anschlag, der Teil ihrer Geschichte bleiben soll, ohne die Identität des Ortes allein zu bestimmen.

Auch für die katholische Kirche hatte der Mord institutionelle Folgen. Sie leitete ein Seligsprechungsverfahren ein, das 2017 auf diözesaner Ebene eröffnet wurde. In Saint-Étienne-du-Rouvray ist der 26. Juli seither ein fester Gedenktag. Mit dem Namen Jacques Hamels auf dem Kirchenvorplatz erhält die Erinnerung nun einen dauerhaften Ort im öffentlichen Raum.

Quellen

  • Ville de Saint-Étienne-du-Rouvray
  • Ministère de l'Intérieur
  • Église catholique en France
  • Franceinfo

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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