Dünkirchen – 10.10.2026: Nach einem umstrittenen Polizeieinsatz bei einer Schülerblockade in Dünkirchen hat eine 14-Jährige Anzeige erstattet. Die Schülerin gibt an, am Montag, dem 5. Oktober, von einem Fahrzeug der Nationalpolizei erfasst worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Freitag den Eingang der Anzeige. Nach einer medizinischen Untersuchung konnte die Jugendliche das Krankenhaus wieder verlassen.
Bekannt wurde der Vorfall durch mehrere Videos von den Schülerprotesten. Darauf ist ein Polizeifahrzeug zu sehen, das im Viertel um die Kirche Saint-Martin mit hoher Geschwindigkeit in unmittelbarer Nähe mehrerer Jugendlicher fährt. Menschen weichen aus oder laufen von der Fahrbahn. Die Aufnahmen verbreiteten sich anschließend in sozialen Netzwerken und lösten Kritik am Vorgehen der Einsatzkräfte aus.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gehört der Wagen zur Polizeidirektion Dünkirchen. Bereits am 8. Oktober leitete die Justiz ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher Gefährdung anderer ein. Untersucht werden sollen der gesamte Ablauf des Einsatzes und die Frage, ob weitere Menschen verletzt oder gefährdet wurden.
Die Anzeige liefert den Ermittlern nun einen konkreten Hinweis auf eine mögliche Verletzte. Noch am Vortag hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, ihr lägen weder eine Anzeige noch eine Meldung über Verletzungen vor. Nach der Schilderung der 14-Jährigen traf sie das zurücksetzende Fahrzeug an der Hüfte und am oberen Bein. Medienberichten zufolge wurde eine leichte Prellung festgestellt.
Für die Rekonstruktion dürften die veröffentlichten Videos, Zeugenaussagen und mögliche Aufnahmen städtischer Kameras eine wichtige Rolle spielen. Zu klären ist unter anderem, wie schnell sich das Fahrzeug bewegte, welche Fahrmanöver ausgeführt wurden und welche Lageeinschätzung die Besatzung zu diesem Zeitpunkt hatte. Für sämtliche Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
Parallel zu den strafrechtlichen Ermittlungen hat die Präfektur des Départements Nord eine Verwaltungsuntersuchung angeordnet. Sie teilte mit, das auf den Bildern erkennbare Vorgehen entspreche nicht den üblichen Einsatzgrundsätzen und den Vorgaben des Innenministeriums, der Präfektur und der Polizeiführung. Innenminister Laurent Nuñez bezeichnete den Vorgang als außergewöhnlich und erklärte, die Verantwortlichen seien bereits auf das Geschehen hingewiesen worden.
Der Einsatz ereignete sich am Rand von Blockaden mehrerer Schulen im Zentrum von Dünkirchen. Nach Berichten über die Proteste sollen aus einer Gruppe heraus auch Gegenstände auf das Polizeifahrzeug geworfen worden sein. Ob dies dessen Fahrweg beeinflusste und welche Anweisungen die Beamten erhielten, gehört zu den offenen Punkten der strafrechtlichen und administrativen Untersuchungen.
Quellen
- Franceinfo
- Staatsanwaltschaft Dünkirchen
- Le Parisien
- Präfektur des Départements Nord
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).