Politik & Gesellschaft

14-Jähriger soll Schulleiter und Lehrerin in Aubagne angeschossen haben

Nach Schüssen am Collège Joseph-Lakanal ermittelt die Staatsanwaltschaft Marseille wegen versuchten Mordes. Die beiden Verletzten sind außer Lebensgefahr, der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.

Aubagne – 12.10.2026: Nach den Schüssen am Collège Joseph-Lakanal in Aubagne hat die Staatsanwaltschaft Marseille Ermittlungen wegen versuchten Mordes aufgenommen. Ein 14-jähriger Schüler steht im Verdacht, am Montagmorgen den Schulleiter und eine Lehrerin mit einem Jagdgewehr verletzt zu haben. Der Jugendliche wurde nach der Tat festgenommen. Nach Angaben der Stadt Aubagne besteht für die beiden Erwachsenen keine Lebensgefahr.

Die ersten Erkenntnisse geben den Ablauf bislang nur in Umrissen wieder. Der Schüler soll das Schulgebäude mit einer Waffe betreten haben, die in einem Gitarrenkoffer verborgen war. Im ersten Stock gab er nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein oder zwei Schüsse ab. Ein Mitarbeiter der Schule überwältigte den Jugendlichen, bevor die Polizei ihn in Gewahrsam nahm.

Der Schulleiter wurde nach Angaben der Stadt an der Hüfte getroffen; auch die Lehrerin erlitt Verletzungen. Rettungskräfte brachten beide in medizinische Behandlung. Schülerinnen und Schüler wurden körperlich nicht verletzt. Die pädagogischen Teams hätten die Jugendlichen mit raschen Schutzmaßnahmen in Sicherheit gebracht, teilte das Rathaus mit.

Das Collège Joseph-Lakanal liegt in Aubagne, etwa 15 Kilometer östlich von Marseille. Nach der Tat begannen Ermittler mit der Spurensicherung und der Befragung von Zeugen. Zu klären ist insbesondere, woher das Jagdgewehr stammte, wie der Schüler es unbemerkt in das Gebäude bringen konnte und welches Motiv er gehabt haben könnte. Dazu machte die Justiz zunächst keine Angaben.

Angriffe mit Schusswaffen durch Schüler sind in Frankreich selten. Die Tat löste dennoch umgehend eine politische Debatte aus. Diskutiert wird über den Schutz von Bildungseinrichtungen, den Zugang Minderjähriger zu Waffen sowie über Prävention und psychosoziale Betreuung. Aus dem bisherigen Ermittlungsstand lässt sich allerdings keine allgemeine Erklärung für die Tat ableiten.

Auch das Jugendstrafrecht ist Gegenstand der Auseinandersetzung. Léa Balage El Mariky, Abgeordnete der französischen Grünen, sprach bei Franceinfo von einem tiefen Unbehagen unter Jugendlichen und verwies auf die Verantwortung staatlicher Politik. Jad Zabah, ein Sprecher des früheren Premierministers Gabriel Attal, forderte dagegen eine schärfere strafrechtliche Reaktion auf Taten Minderjähriger. Welche gesetzlichen Bestimmungen im konkreten Fall greifen, hängt von den weiteren Ermittlungen und der individuellen Beurteilung des 14-Jährigen ab.

Die Stadt Aubagne kündigte Unterstützungsangebote für Schüler, Eltern und Beschäftigte an. Neben der strafrechtlichen Aufarbeitung steht die Schule damit vor der Aufgabe, den Unterricht nach einem Angriff zu stabilisieren, bei dem zwei ihrer Verantwortlichen verletzt wurden. Wann der reguläre Schulbetrieb vollständig wiederaufgenommen werden kann, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Stadt Aubagne
  • Staatsanwaltschaft Marseille über Reuters
  • Associated Press

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).