Politik & Gesellschaft

15-Jähriger nach Angriff auf Passantin in Marseille festgenommen

Eine Passantin wollte in Marseille die Beschädigung einer Bushaltestelle verhindern und wurde mit einem entzündeten Spray verletzt. Die Polizei nahm einen 15-Jährigen fest.

Marseille – 03.10.2026: Nach einem Angriff auf eine Passantin am Place du 4-Septembre in Marseille hat die Polizei einen 15-Jährigen festgenommen. Der Jugendliche wurde französischen Medienberichten zufolge am Freitagabend gegen 18 Uhr aufgegriffen. Die Ermittler prüfen, ob er die maskierte Person ist, die der Frau mit einem entzündeten Spray Verbrennungen im Gesicht zugefügt haben soll.

Die Tat ereignete sich am Donnerstag, dem 1. Oktober, im 7. Arrondissement am Rande einer Protestaktion von Schülerinnen und Schülern. Nach den bisherigen Erkenntnissen versuchte die Passantin, eine Gruppe davon abzuhalten, eine Bushaltestelle zu beschädigen. Auf einer im Internet verbreiteten Videoaufnahme ist zu sehen, wie eine schwarz gekleidete, maskierte Person ein Aerosolspray vor einem Feuerzeug betätigt. Der dadurch erzeugte Flammenstrahl ist gegen das Gesicht der Frau gerichtet.

Die Betroffene erstattete am Freitag Anzeige. Sie erlitt den veröffentlichten Angaben zufolge Verbrennungen ersten Grades im Gesicht. Die Staatsanwaltschaft Marseille leitete Ermittlungen ein, um den Täter zu identifizieren und den genauen Ablauf zu klären. Mit der Festnahme ist die Frage nach der strafrechtlichen Verantwortung noch nicht beantwortet. Zu prüfen bleibt insbesondere, ob der Jugendliche tatsächlich die auf dem Video erkennbare Person ist.

Der 15-Jährige besucht nach Angaben französischer Medien eine Schule in Marseille. Er soll zuvor weder strafrechtlich in Erscheinung getreten noch in einschlägigen Polizeidateien erfasst gewesen sein. Das gibt lediglich seinen bisherigen Status wieder und erlaubt keine Aussage über den aktuellen Verdacht. Da es sich um einen Minderjährigen handelt, unterliegt das weitere Verfahren besonderen gesetzlichen Schutzvorschriften. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Der Angriff geschah während einer von mehreren Schüleraktionen in Marseille und im Département Bouches-du-Rhône. Nach Angaben der Polizeipräfektur waren zahlreiche Schulen von Versammlungen oder Blockaden betroffen. An einzelnen Orten kam es zu Sachbeschädigungen, Bränden und Festnahmen. Die Gewalttaten lassen sich jedoch nicht pauschal den an den Protesten beteiligten Schülerinnen und Schülern zurechnen.

Für die Ermittler sind nun die Videoaufnahmen, Aussagen von Zeugen und die Spuren am Tatort maßgeblich. Auch die Ereignisse unmittelbar vor dem Angriff müssen rekonstruiert werden. Die verletzte Frau wurde in den Berichten nicht als Teilnehmerin der Proteste beschrieben. Sie war demnach als Passantin eingeschritten, als Mitglieder einer Gruppe den Unterstand der Bushaltestelle zu beschädigen versuchten. Der Fall wird von den zuständigen Ermittlungsdiensten in Marseille bearbeitet.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Parisien
  • Destimed

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).