Paris – 28.09.2026: Bei Protesten und Blockaden vor französischen Gymnasien sind am Montag 164 Menschen festgenommen worden. Nach Angaben des Innenministeriums waren seit Beginn der Bewegung rund 180 Schulen von Blockaden oder Blockadeversuchen betroffen. Zwölf Angehörige der Sicherheitskräfte, acht Beschäftigte des Bildungswesens, darunter drei Schulleiter, sowie etwa zwölf Schülerinnen und Schüler wurden verletzt.
Innenminister Laurent Nuñez erklärte, die Vorfälle seien nicht als gewöhnliche Protestbewegung zu bewerten, sondern trügen Züge städtischer Gewalt. Bildungsminister Édouard Geffray sprach von einer Unterbrechung demokratischer Verfahren durch Gewalt. Polizei oder Gendarmerie sollten demnach eingreifen, sobald es zu Gewalttaten oder zur vollständigen Abriegelung einer Schule komme. Friedliche Meinungsäußerungen von Jugendlichen wolle die Regierung weiterhin respektieren.
Die Proteste hatten eine Woche zuvor in der Region Île-de-France begonnen und weiteten sich am Montag auf andere Landesteile aus. Aktionen wurden unter anderem aus den Alpes-Maritimes sowie aus Marseille, Lille und Sedan gemeldet. Im Bezirk der Schulbehörde von Créteil konzentrierte sich die Mobilisierung auf die Départements Val-de-Marne und Seine-Saint-Denis, erfasste jedoch auch Schulen in Seine-et-Marne.
Die Jugendlichen protestieren vor allem gegen überfüllte Klassen, fehlendes Personal und unbesetzte Lehrerstellen. In Lille verwiesen Schülerinnen und Schüler außerdem auf steigende Preise in den Schulmensen, unzureichende bauliche Bedingungen und Probleme in Internaten. Sophie Vénétitay, Generalsekretärin der Lehrergewerkschaft Snes-FSU, bezeichnete diese Anliegen als legitim. Sie verlangte, dass die Jugendlichen sie ohne pauschale Polizeieinsätze vorbringen könnten.
In den Alpes-Maritimes war der Betrieb an zehn Gymnasien beeinträchtigt, vor allem in Nizza, Grasse, Cagnes-sur-Mer und Menton. Die Präfektur berichtete überwiegend von einem ruhigen Verlauf, zugleich aber von zehn Festnahmen. Als Gründe nannte sie unter anderem Steinwürfe, den Einsatz von Feuerwerkskörpern, Brandstiftung, gemeinschaftliche Gewalt, Diebstahl und Sachbeschädigung. Zwei Schüler wurden durch Feuerwerkskörper und Wurfgeschosse leicht verletzt.
Der Konflikt hat inzwischen eine parteipolitische Dimension. Premierminister Sébastien Lecornu warf Abgeordneten von La France insoumise vor, die Ausweitung der Blockaden auf unverantwortliche Weise zu fördern. Parteigründer Jean-Luc Mélenchon hielt der Regierung eine repressive Reaktion vor. Die von La France insoumise geführte Stadtverwaltung von Saint-Denis bestritt ihrerseits, dass die Jugendlichen politisch instrumentalisiert würden.
Für Dienstag, den 29. September 2026, hat die landesweite Schülergewerkschaft Union syndicale lycéenne zu weiteren Blockaden aufgerufen. Der Termin fällt mit einem Mobilisierungstag im öffentlichen Dienst zusammen. Damit könnten die Proteste gegen die Zustände an den Schulen und der politische Streit über den Umgang mit Blockaden unmittelbar aufeinandertreffen.
Quellen
- Franceinfo
- AFP via Wargny
- Französisches Bildungsministerium
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).