Marseille – 12.08.2026: Ein 17-Jähriger ist in Marseille tot aufgefunden worden, nachdem er am Vortag wegen des Konsums von Distickstoffmonoxid in einer Notaufnahme behandelt worden war. Wie die Präfektur am Mittwoch mitteilte, hatte der Jugendliche die Klinik wieder verlassen, weil er sich nach eigenen Angaben gut fühlte. Die Ursache seines Todes war zunächst nicht bekannt.
Die Präfektur warnte ausdrücklich vor voreiligen Schlüssen. Auf Grundlage der bislang vorliegenden Erkenntnisse lasse sich kein direkter Zusammenhang zwischen dem Tod des Minderjährigen und dem Konsum von Distickstoffmonoxid herstellen. Weitere Einzelheiten zum Fundort, zum Ablauf der medizinischen Behandlung oder zu möglichen Ermittlungen teilten die Behörden zunächst nicht mit. Maßgeblich bleibt damit die noch ausstehende medizinische Klärung der Todesursache.
Distickstoffmonoxid, umgangssprachlich Lachgas genannt, wird unter anderem als Treibgas in der Lebensmittelindustrie und als Narkosemittel verwendet. Zugleich hat sich der Stoff unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen als leicht verfügbares Rauschmittel verbreitet. Das Gas wird meist aus Kartuschen oder größeren Behältern in Ballons gefüllt und anschließend eingeatmet. Seine Wirkung setzt rasch ein und hält gewöhnlich nur kurz an.
Der Konsum ist dennoch mit erheblichen Risiken verbunden. Akut können Schwindel, Orientierungslosigkeit, Koordinationsstörungen und Bewusstseinsverlust auftreten. Hinzu kommen Gefahren durch Stürze, Verkehrsunfälle oder Sauerstoffmangel. Beim direkten Einatmen aus Druckbehältern drohen außerdem Kälteverletzungen. Wiederholter oder hoch dosierter Gebrauch kann den Vitamin-B12-Stoffwechsel beeinträchtigen und schwere neurologische Schäden verursachen, darunter Gefühlsstörungen, Muskelschwäche und Lähmungserscheinungen.
Ob eine dieser bekannten Gefahren im Fall des Jugendlichen eine Rolle spielte, ist offen. Auch der zeitliche Zusammenhang zwischen einem Konsum und einem späteren Todesfall erlaubt für sich genommen keinen medizinischen Rückschluss. Die Mitteilung der Präfektur trennt deshalb klar zwischen den allgemeinen Gesundheitsgefahren des Stoffes und der ungeklärten Ursache dieses Todesfalls.
Marseille hatte den Konsum von Distickstoffmonoxid im öffentlichen Raum sowie den Verkauf an Minderjährige bereits 2020 durch eine kommunale Regelung eingeschränkt. Anlass waren der zunehmende Freizeitgebrauch und zahlreiche weggeworfene Kartuschen im Stadtgebiet. Auch andernorts in Frankreich wurden Beschränkungen für Verkauf, Besitz, Transport oder Konsum erlassen. Staatliche Stellen warnen seit Längerem vor schweren Unfällen und neurologischen Folgeschäden.
Für den Tod des 17-Jährigen lag am Mittwoch jedoch kein abschließender medizinischer Befund vor. Die Präfektur bestätigte lediglich, dass er die Notaufnahme nach der Behandlung verlassen hatte und am folgenden Tag tot aufgefunden wurde.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Innenministerium
- Stadt Marseille
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).