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25 Jahre Gefängnis für den mörderischen Partner – Der Femizid von Anita Gashi

Sie schrie – doch niemand konnte sie retten. Anita Gashi, im fünften Monat schwanger, wurde im Juni 2022 in ihrer eigenen Wohnung bei lebendigem Leib verbrannt. Jetzt, genau drei Jahre später, hat das Schwurgericht des Départements Moselle ihren Lebensgefährten Maroof Easakhail für schuldig befunden: 25 Jahre Freiheitsstrafe. Eine Strafe, die schwer wiegt – und doch…

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Sie schrie – doch niemand konnte sie retten.

Anita Gashi, im fünften Monat schwanger, wurde im Juni 2022 in ihrer eigenen Wohnung bei lebendigem Leib verbrannt. Jetzt, genau drei Jahre später, hat das Schwurgericht des Départements Moselle ihren Lebensgefährten Maroof Easakhail für schuldig befunden: 25 Jahre Freiheitsstrafe. Eine Strafe, die schwer wiegt – und doch nicht den Schmerz lindern kann, den ihr gewaltsamer Tod hinterlässt.

Ein Leben in Flammen – das grausame Verbrechen

Der 6. Juni 2025 markiert das juristische Ende einer Tat, die in Metz-Borny Entsetzen auslöste. Die Wohnung brannte, Flammen schlugen aus dem Fenster, Rauchschwaden trieben durch das Treppenhaus – die schwangere Frau kam nicht heraus. Als Feuerwehrleute sie fanden, war sie kaum noch ansprechbar. 90 Prozent ihres Körpers waren verbrannt. Einen Monat später erlag sie ihren Verletzungen. Auch das ungeborene Kind überlebte nicht.

Lange stritt Easakhail ab, das Feuer absichtlich gelegt zu haben. Erst im Prozess gab er zu, die Flammen entfacht zu haben – angeblich Teil eines Versicherungsbetrugs. Doch diese Darstellung wirkte auf die Richter wie ein Versuch, Verantwortung abzuschieben. Die Staatsanwaltschaft nannte die Geschichte eine "reine Erfindung". Keine Wertgegenstände in der Wohnung. Keine Hinweise auf einen Einbruch. Keine Anzeichen, dass Easakhail überhaupt versucht hatte, seine Partnerin zu retten.

Ein klares Urteil, ein bitterer Beigeschmack

Die Entscheidung der Richter: Mord. Die Beweise waren erdrückend. Keine Brandverletzungen am Täter, keine Rußspuren, keine Panik. Stattdessen eine von innen verschlossene Tür – ein tödlicher Käfig für Anita Gashi. Zeugen hörten ihre Schreie, bevor es zur Explosion kam.

25 Jahre Haft, davon 12,5 Jahre Sicherheitsverwahrung. Die Staatsanwaltschaft hatte 30 Jahre gefordert. Für viele Angehörige blieb das Gefühl, dass keine Strafe der Welt dieses Verbrechen je aufwiegen kann.

Samira Boudiba, Anwältin der Familie, brachte es auf den Punkt: Die Tat war nicht nur ein Mord, sondern ein Versuch, das Opfer auch nach dem Tod zu entehren – durch Lügen, Ausreden und Schuldumkehr.

Zerstörte Familien, gestohlene Kindheit

Was bleibt? Ein siebenjähriger Junge, der ohne Mutter und ohne sein ungeborenes Geschwisterchen aufwächst. Sein Leben – für immer gezeichnet. Seine Kindheit – zerstört von einem Akt unfassbarer Gewalt. Zakia Ait Ali Slimane, eine weitere Anwältin der Familie, sprach von einer Wunde, die nie heilt.

Der Fall Gashi ist kein Einzelfall. Frankreich verzeichnet Jahr für Jahr erschreckend viele Femizide. Trotz staatlicher Maßnahmen wie dem Notruf 3919 oder der Einrichtung spezieller Schutzunterkünfte, ändert sich an der Statistik wenig. Und das Schlimmste: Jeder dieser Fälle steht für ein menschliches Leben, das ausradiert wurde – oft mit Vorankündigung.

Frankreich und der blutige Schatten häuslicher Gewalt

Der Mord an Anita Gashi erinnert stark an den Fall Chahinez Daoud. Auch sie wurde 2021 von ihrem Ex-Mann mit Benzin übergossen und angezündet – mitten auf offener Straße. Die öffentliche Empörung war riesig. Politiker versprachen, die Maßnahmen gegen häusliche Gewalt zu verstärken. Doch noch immer werden Warnsignale überhört. Noch immer enden Beziehungen für viele Frauen tödlich.

Was also muss sich ändern?

Es reicht nicht, Notrufnummern zu installieren und Plakatkampagnen zu starten. Polizei, Justiz und Sozialdienste müssen deutlich enger zusammenarbeiten. Risikopersonen müssen frühzeitig erkannt – und potenzielle Täter gestoppt werden. Und: Opfer brauchen mehr Schutz, mehr Rückhalt und endlich das Gefühl, ernst genommen zu werden.

Ein Mahnmal für mehr als nur Gerechtigkeit

Anita Gashi ist nicht mehr da, um ihre Geschichte zu erzählen. Doch ihr Tod darf nicht einfach als weiterer Punkt in einer Statistik verschwinden. Ihr Name steht für eine Gesellschaft, die noch immer zu oft versagt, wenn es um den Schutz der Schwächsten geht.

Was muss eigentlich noch passieren, bevor sich wirklich etwas ändert?

Von C. Hatty