Caivano – 24.09.2026: Hinter Mauern, in Möbeln und unter dem Boden einer Dusche stießen Ermittler in einem Wohnhaus im Stadtteil Bronx von Caivano auf Bündel von Banknoten. Insgesamt stellten die Carabinieri nach Angaben der Behörden 3,2 Millionen Euro Bargeld sowie elf Luxusuhren sicher. Die Funde sind Teil eines umfangreichen Verfahrens gegen eine mutmaßlich bewaffnete Gruppe aus dem Umfeld der Camorra.
Am Montag, 21. September, vollstreckten die Behörden auf Antrag der Antimafia-Staatsanwaltschaft Neapel Haftbefehle gegen 34 Beschuldigte. 23 von ihnen kamen in Untersuchungshaft, elf unter Hausarrest. Die Anordnungen erließ ein Ermittlungsrichter am Gericht von Neapel. Für sämtliche Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung; über die Vorwürfe müssen die zuständigen Gerichte entscheiden.
Nach Darstellung der Ermittler soll die Gruppe im Gebiet von Caivano und Casoria mit Drogen gehandelt, Schutzgeld erpresst und Waffen besessen haben. Die Behörden rechnen sie dem Angelino-Clan zu. Das Verfahren begann 2023 und stützt sich den Angaben zufolge auf Telefonüberwachungen, Observationen sowie Aussagen von Personen, die mit der Justiz zusammenarbeiten.
Das Bargeld war in mehreren eigens angelegten Verstecken untergebracht. Banknoten lagen demnach in verschlossenen Wandzwischenräumen, Schubladen und anderen Hohlräumen, die sich teilweise nur über elektronische Systeme öffnen ließen. Einsatzkräfte mussten Verkleidungen und Teile des Bodens aufbrechen. Auch Waffen wurden nach Angaben der Ermittlungsbehörden beschlagnahmt.
Nicola Gratteri, Leiter der Staatsanwaltschaft Neapel, verwies bei der Vorstellung des Einsatzes auf die wirtschaftliche Macht organisierter Kriminalität. Rechtskräftig eingezogene Vermögenswerte fließen in Italien an den Justizfonds. Die Ermittlungen hätten zudem Hinweise erbracht, dass mutmaßliche Führungspersonen ihre Geschäfte mithilfe von Mobiltelefonen selbst aus dem Gefängnis gesteuert haben könnten.
Besondere Bedeutung haben die mutmaßlichen Schutzgeldforderungen für Händler und Unternehmer in Caivano. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft sollen Geschäftsleute regelmäßig zu Zahlungen gezwungen worden sein. Der Provinzkommandeur der Carabinieri, Biagio Storniolo, forderte Betroffene auf, solche Erpressungsversuche anzuzeigen. Im untersuchten Umfeld habe bislang lediglich ein Unternehmer diesen Schritt unternommen.
Caivano liegt nördlich von Neapel und war in den vergangenen Jahren wiederholt Schauplatz großer Polizei- und Justizeinsätze. Die Behörden versuchen dort, kriminelle Strukturen sowohl durch Festnahmen als auch durch die Beschlagnahme ihrer finanziellen Mittel zu schwächen. Im nun bekannt gewordenen Verfahren müssen die Gerichte prüfen, welche Verantwortung den einzelnen Beschuldigten nachgewiesen werden kann.
Quellen
- Franceinfo
- ANSA
- la Repubblica Napoli
- Corriere del Mezzogiorno
- Carabinieri
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).