Haute-Vienne – 20.09.2026: Bei einer Radtour im Département Haute-Vienne sind am Sonntag 37 Menschen von Hornissen angegriffen und verletzt worden. Nach einem Bericht von Franceinfo attackierten Hunderte Tiere die Gruppe. Angaben zum genauen Ort, zum Alter der Betroffenen und zur Schwere ihrer Verletzungen lagen zunächst nicht vor.
Die Radfahrer waren gemeinsam unterwegs, als sie in den Schwarm gerieten. Weshalb die Tiere angriffen, ist bislang unklar. Denkbar ist, dass die Gruppe einem Nest nahekam oder die Hornissen durch Erschütterungen aufgeschreckt wurden; bestätigt wurde dies jedoch nicht. Auch zu Rettungseinsätzen, medizinischer Versorgung oder möglichen Transporten in Krankenhäuser veröffentlichte Franceinfo zunächst keine Einzelheiten. Todesfälle wurden nicht gemeldet.
Hornissen verteidigen ihre Nester, wenn sie eine Bedrohung wahrnehmen. Mehrere Stiche können auch für Menschen ohne bekannte Allergie gefährlich werden. Ein besonderes Risiko besteht bei Stichen im Mund- und Rachenraum sowie bei allergischen Reaktionen. Der Vorfall in der Haute-Vienne macht zugleich deutlich, wie rasch eine Begegnung mit einem Nest für eine größere Ausflugsgruppe zum medizinischen Notfall werden kann.
Der Angriff ereignete sich wenige Tage nach dem Inkrafttreten eines nationalen Bekämpfungsplans gegen die Gelbfuß-Hornisse, die auch als Asiatische Hornisse bezeichnet wird. Das französische Ministerium für ökologischen Wandel hatte den Plan am 16. September bekannt gegeben. Er richtet sich gegen die invasive Unterart Vespa velutina nigrithorax und soll die Maßnahmen in ganz Frankreich vereinheitlichen.
Nach Angaben des Ministeriums wurde die Art 2004 unbeabsichtigt nach Frankreich eingeschleppt. Inzwischen ist sie in allen Départements des französischen Mutterlands verbreitet. Sie bedroht vor allem Honigbienenvölker und belastet damit die Imkerei. Nester können außerdem dort zur Gefahr für Menschen werden, wo sie sich in der Nähe von Wegen, Wohnhäusern oder häufig genutzten Naturflächen befinden. Wegen ihrer weiten Verbreitung gilt eine vollständige Ausrottung nicht mehr als realistisch.
Der staatliche Plan setzt daher auf Forschung, regional angepasste Maßnahmen und eine einheitliche Koordination. Je nach örtlicher Lage sind die Suche und Beseitigung von Nestern, selektive Fallen im Frühjahr sowie Schutzvorkehrungen für Bienenvölker vorgesehen. Für 2026 stellte das Umweltministerium zusätzlich drei Millionen Euro bereit.
Die Präfekten sollen binnen sechs Monaten für jedes Département eigene Maßnahmenpläne erarbeiten. Kommunen, Gesundheitsdienste, Umweltverbände, Imker und Nutzer von Naturflächen sollen daran beteiligt werden. Zu regeln sind unter anderem Meldewege, Gefahrenbewertungen und die Organisation der Nestbeseitigung.
Quellen
- Franceinfo: Hornissenangriff in der Haute-Vienne
- Ministerium für ökologischen Wandel: nationaler Bekämpfungsplan
- Légifrance: Erlass zum nationalen Bekämpfungsplan
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).