Paris – 02.08.2026: Mit einem eindringlichen Appell wenden sich 5.000 Ärztinnen und Ärzte an Gesundheitsministerin Stéphanie Rist. Nach dem Tod zweier junger Frauen, die sich in den vergangenen Monaten illegalen ästhetischen Injektionen unterzogen hatten, verlangen sie strengere Sanktionen und wirksamere Kontrollen. Die Mediziner warnen vor Angeboten, die über soziale Netzwerke verbreitet werden und kosmetische Eingriffe als unkomplizierte Dienstleistung erscheinen lassen.
Dabei geht es vor allem um Injektionen mit Hyaluronsäure oder Botulinumtoxin, die von Personen ohne die erforderliche medizinische Qualifikation vorgenommen werden. Die Unterzeichner kritisieren, dass solche Behandlungen trotz der bekannten Gefahren weiterhin leicht zugänglich seien. Einzelheiten zu den beiden Todesfällen oder zum Stand möglicher Ermittlungen nennt der veröffentlichte Aufruf nicht.
Das Gesundheitsministerium weist seit Längerem darauf hin, dass ästhetische Injektionen durch Kosmetikerinnen, Kosmetiker oder andere Angehörige nichtmedizinischer Berufe rechtswidrig sind. Eine Injektion ist kein gewöhnliches Schönheitsprodukt: Je nach Substanz und Einstichstelle drohen Infektionen, Gefäßverschlüsse, Gewebeschäden und dauerhafte Beeinträchtigungen. Komplikationen im Gesicht können zudem eine schnelle fachärztliche Behandlung erfordern. Fehlen medizinische Kenntnisse und geeignete Notfallmaßnahmen, steigt das Risiko schwerer Folgen.
Bekannt wurde unter anderem ein Fall in Villeurbanne bei Lyon. Nach Angaben aus einer Senatsdebatte starb dort im Frühjahr 2026 eine Frau nach einer heimlich vorgenommenen Injektion durch eine nicht qualifizierte Person. Ermittlungen und mögliche strafrechtliche Verantwortlichkeiten in diesem Fall sind von dem neuen Ärzteappell zu trennen. Die Unterzeichner sehen darin jedoch ein alarmierendes Beispiel für die Gefahren unkontrollierter Angebote.
Auch der Vertrieb der verwendeten Präparate beschäftigt die Politik. Im Mai 2026 fragte Senatorin Elisabeth Doineau die Regierung nach schärferen Kontrollen, höheren Strafen und einer besseren Regulierung der Vertriebswege für injizierbare Mittel. Neben den Ausführenden geraten damit mögliche Vermittler in sozialen Netzwerken sowie Händler in den Blick. Die Produkte setzen bei ihrer Anwendung Fachwissen, hygienische Standards und die Fähigkeit voraus, bei Komplikationen unverzüglich zu handeln.
Der Nationale Ärzterat hatte bereits vor schweren Komplikationen bei ästhetischen Eingriffen gewarnt und klare Qualifikationsregeln für behandelnde Ärzte verlangt. Der aktuelle Appell richtet sich vor allem gegen Menschen, die medizinische Leistungen ohne Berechtigung anbieten. Für Patientinnen und Patienten bieten nachprüfbare Qualifikationen, umfassende Aufklärung, dokumentierte Präparate und eine erreichbare Nachsorge wesentliche Sicherheit. Gerade diese Vorkehrungen fehlen bei illegalen Angeboten häufig.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Gesundheitsministerium
- Französischer Senat
- Nationaler Ärzterat
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).