Nizza – 18.07.2026: Fünfzig Jahre nach einem der spektakulärsten Bankeinbrüche Frankreichs erinnert Nizza an den Einbruch in die Societe Generale. In der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 1976 gelangten Täter durch die Kanalisation in den Tresorraum der Filiale. Der Fall wurde wegen seiner aufwendigen Vorbereitung und des Ausmaßes der Beute zu einem nationalen Medienereignis.
Die Einbrecher öffneten nach späteren Rekonstruktionen hunderte Schließfächer. Der Schaden wurde damals auf mehr als 50 Millionen Francs geschätzt. Gewalt gegen Menschen wurde bei der Tat nicht bekannt. Gerade dieser Umstand, der Zugang durch unterirdische Gänge und die aufsehenerregende Inszenierung machten den Einbruch rasch zum Symbol eines außergewöhnlichen Kriminalfalls der 1970er Jahre.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand Albert Spaggiari, ein in Nizza lebender Fotograf mit wechselhafter Vergangenheit. Er wurde im Herbst 1976 festgenommen und räumte nach damaligen Berichten eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung ein. Bis heute ist jedoch umstritten, wie groß sein tatsächlicher Anteil an der Planung und Ausführung war und welche weiteren Beteiligten die Operation trugen.
Am 10. März 1977 entkam Spaggiari während einer richterlichen Vernehmung in Nizza aus dem Fenster des Büros des Untersuchungsrichters. Die Flucht machte ihn endgültig zu einer Figur der französischen Kriminalgeschichte. Er blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1989 auf der Flucht; ein großer Teil der Beute wurde nie wieder aufgefunden.
Der Jahrestag lenkt nun auch den Blick auf die kulturelle Verarbeitung des Falls. Die Künstlerin Virginie Broquet hat die Geschichte in dem grafischen Roman "Casse a Nice – L'affaire Spaggiari" aufgegriffen. Das Werk verbindet die Erinnerung an das Nizza der 1970er Jahre mit einer bildnerischen Nacherzählung der Tat, der Ermittlungen und der späteren Flucht.
Die Publikation ordnet sich in eine lange Reihe von Büchern, Filmen und Reportagen ein, die den Bankeinbruch immer wieder neu erzählen. Dabei steht nicht allein die Höhe der Beute im Vordergrund. Ebenso prägend sind die technischen Vorbereitungen, die ungewöhnliche Fluchtroute und die Frage, wie eine Bankfiliale im Stadtzentrum derart unbemerkt ausgeraubt werden konnte.
Der Fall zeigt zugleich, wie stark reale Verbrechen durch ihre mediale Darstellung weiterleben. Zum 50. Jahrestag bleibt der Einbruch von Nizza ein historischer Kriminalfall, keine aktuelle Ermittlungsangelegenheit. Die neue Aufmerksamkeit gilt vor allem seiner Erinnerung in der Stadt sowie der künstlerischen Aufarbeitung durch Virginie Broquet.
Quellen
- Franceinfo
- Baie des Anges Editions
- Institut national de l'audiovisuel
- Le Monde Archiv
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).