Bouvante – 09.09.2026: Auf einer Hochweide bei Bouvante im Département Drôme sind 64 Schafe bei einem Wolfsangriff getötet worden. Das Französische Amt für Biodiversität bestätigte die Ursache nach einer Begutachtung der Tiere. Der Angriff ereignete sich in der Nacht vom 30. auf den 31. August im Vercors-Massiv; das amtlich bestätigte Ausmaß wurde am 8. September öffentlich bekannt.
Betroffen ist die Herde des Züchters Sébastien Robert aus Oriol-en-Royans. Seine Schafe verbrachten den Sommer auf den Höhen der Gemeinde Bouvante. Nach Angaben des Betriebs galten neben den 64 getöteten Tieren zunächst etwa 20 weitere als vermisst. Die Bilanz kann sich daher noch verändern, falls Tiere wiedergefunden oder zusätzliche Verluste festgestellt werden.
Die Behörden stufen den Vorfall als außergewöhnlich schweren Einzelschaden ein. Nach Angaben von Franceinfo handelt es sich wahrscheinlich um einen der größten Wolfsangriffe auf eine Herde unter freiem Himmel in Frankreich. Wie viele Wölfe daran beteiligt waren, ist bislang nicht geklärt. Amtlich bestätigt ist lediglich, dass die untersuchten Verluste auf einen Angriff durch Wölfe zurückgehen.
Für den Zuchtbetrieb bedeutet der Vorfall mehr als den unmittelbaren Verlust der Schafe. Fehlende Muttertiere können sich auf die künftige Zusammensetzung und Reproduktion der Herde auswirken. Hinzu kommen die Suche nach vermissten Tieren, die Versorgung der überlebenden Herde und mögliche Änderungen bei der Nutzung der Sommerweide. Die Feststellung durch das Amt für Biodiversität bildet zugleich die Grundlage für das staatliche Entschädigungsverfahren.
Unter den Viehhaltern im Vercors wächst der Unmut über die Häufung solcher Angriffe. Der Schutz abgelegener Weideflächen erfordert Nachtpferche, elektrische Zäune, Herdenschutzhunde oder eine dauerhafte Bewachung. In bergigem Gelände lassen sich Herden jedoch nicht überall vollständig einzäunen oder lückenlos kontrollieren. Schutzmaßnahmen verursachen zudem laufende Kosten und verändern die Arbeitsabläufe während der gesamten Weidesaison.
Das französische Landwirtschaftsministerium unterstützt 2026 unter bestimmten Voraussetzungen Ausgaben für Bewachung, Schutzzäune und Herdenschutzhunde. Für besonders gefährdete Sommerweiden kann auch die Beschäftigung zusätzlicher Schäfer gefördert werden. Die Präfektur der Drôme informiert die Betriebe über Anträge und förderfähige Maßnahmen. Voraussetzung für Entschädigungen nach einem Angriff bleibt die behördliche Prüfung jedes Schadensfalls.
Im Vercors prägt die extensive Weidewirtschaft große Teile der Kulturlandschaft. Herden halten Flächen offen, deren Bewirtschaftung mit Maschinen schwierig ist, und bilden eine wirtschaftliche Grundlage vieler Höfe. Der Angriff von Bouvante trifft damit einen Betrieb in einer arbeitsintensiven Phase der Saison. Seine bislang gesicherte Bilanz lautet: 64 getötete Schafe und etwa 20 zunächst vermisste Tiere.
Quellen
- Franceinfo
- Le Dauphiné Libéré
- Le Parisien
- Französisches Landwirtschaftsministerium
- Präfektur der Drôme
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).