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À la une · 07.10.2024 08:04

Marine Le Pen und Jordan Bardella: „Dauerwahlkampf“ für Frankreichs Zukunft

Am 6. Oktober startete das Rassemblement National (RN) in Nizza seine sogenannte „campagne permanente“ – eine Dauerwahlkampagne, die darauf abzielt, die kommenden Wahlen vorzubereiten. Marine Le Pen, die bereits für nächstes Jahr Neuwahlen vorhersagt,...

Am 6. Oktober startete das Rassemblement National (RN) in Nizza seine sogenannte „campagne permanente“ – eine Dauerwahlkampagne, die darauf abzielt, die kommenden Wahlen vorzubereiten. Marine Le Pen, die bereits für nächstes Jahr Neuwahlen vorhersagt, sprach vor rund 5.000 Menschen und präsentierte ihre Partei als das rettende Gegenmittel gegen das politische Establishment, das ihrer Meinung nach Frankreich in den Ruin getrieben hat.

„Sie haben Frankreich ruiniert“

Le Pen machte keinen Hehl aus ihrer Verachtung für die aktuellen politischen Führer Frankreichs, von Emmanuel Macron bis Jean-Luc Mélenchon. Sie warf ihnen vor, das Land wirtschaftlich zugrunde gerichtet und das Vertrauen der Bevölkerung verspielt zu haben. Besonders ins Visier nahm sie Macron, den sie sarkastisch als den „Mozart der Finanzen“ bezeichnete. Für sie ist eine „einzigartige politische Blockierung“, wie sie es nennt, verantwortlich dafür, dass der RN bislang daran gehindert wurde, das Land zu regieren.

„Sie haben Frankreich ruiniert und die Franzosen belogen“, rief Le Pen in die Menge. Dennoch forderte sie ihre Anhänger zu Geduld auf, anstatt den Begriff „Misstrauensvotum“ zu bemühen. Sie sprach von der Notwendigkeit, auf den richtigen Moment für die „politische Wende“ zu warten.

„Wir sind keine Protestpartei“, sagte Le Pen, „und wir stehen auch nicht für soziale und fiskalische Brutalisierung.“ Dies überlasse sie gerne Jean-Luc Mélenchon und dessen Partei.

Bardella: Der RN ist nicht mehr zu übersehen

Jordan Bardella, der Le Pen auf der Bühne folgte, verstärkte diese Botschaft. Er betonte, dass der RN mittlerweile eine unverzichtbare politische Kraft sei, die nicht mehr ignoriert werden könne. „Nichts kann ohne uns oder gegen uns geschehen“, erklärte er. Er versprach, dass der RN in der verbleibenden Zeit bis zu einer möglichen Neuwahl alles tun werde, um „das Maximum für die Franzosen“ herauszuholen.

Bardella stellte klar, dass der RN es sich zur Aufgabe gemacht habe, trotz der fehlenden Regierungsbeteiligung Fortschritte für das französische Volk zu erzielen. Er kritisierte das aktuelle Regierungshandeln und betonte wiederholt, dass es ohne den RN keine Verbesserungen geben könne.

Was denkt das Volk?

Im Publikum saßen viele ehemalige Wähler der traditionellen Rechten. Isabelle und Sébastien, ein Paar aus Nizza, nahmen zum ersten Mal an einer RN-Veranstaltung teil. Isabelle zeigte sich beeindruckt davon, wie gut die Partei ihre Botschaften formuliere. „Sie sagen, man solle nicht Chaos um des Chaos willen verursachen. Damit haben sie recht“, meinte sie. „Man muss vernünftig sein und versuchen, alle Franzosen zu vereinen, egal welcher politischer Herkunft.“

Sébastien fügte hinzu, dass der RN mittlerweile wie jede andere Partei sei – „ob die Leute es nun mögen oder nicht“. Das Paar sprach sich sogar dafür aus, dass der RN Teil der Regierung werden sollte. Bisher haben sich Marine Le Pen und Jordan Bardella jedoch geweigert, in eine Regierung einzutreten, solange ihnen die notwendige Mehrheit fehlt, um den Premierminister zu stellen.

Ein politischer Umbruch in Sicht?

Während Marine Le Pen und Jordan Bardella ihre Anhänger aufrufen, geduldig zu bleiben, spitzt sich die politische Situation in Frankreich weiter zu. Der RN sieht sich als unvermeidliche Kraft, die bereit ist, die Zügel zu übernehmen, sobald sich die Gelegenheit bietet.

In der Zwischenzeit bleibt die Partei auf Angriffsmodus eingestellt, während sie sich auf die kommenden Wahlen vorbereitet. Ob ihre „Dauerwahlkampagne“ Früchte tragen wird, wird sich zeigen – doch eines ist klar: Das Rassemblement National ist entschlossen, seine Position als ernsthafte Alternative für die Wähler zu festigen.

Die politische Landschaft in Frankreich bleibt unruhig. Marine Le Pen und ihr Team bereiten sich darauf vor, den Moment zu ergreifen, wenn er kommt – und das könnte schon bald der Fall sein.

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