Umwelt

A69-Gegner rufen zum Boykott der neuen Autobahn auf

Mehrere hundert Menschen protestieren im Tarn gegen die bevorstehende Freigabe der A69 zwischen Toulouse und Castres. Umweltaktivist Thomas Brail wirbt für einen landesweiten Boykott der mautpflichtigen Strecke.

Cambounet-sur-le-Sor – 10.10.2026: Wenige Wochen vor der geplanten Eröffnung der Autobahn A69 haben sich im Département Tarn erneut mehrere hundert Menschen zum Protest versammelt. Am Samstagvormittag wurden zunächst 600 bis 800 Teilnehmer gezählt, später berichtete die Regionalzeitung La Dépêche du Midi von nahezu 1.000 Menschen. Die Demonstration bei Cambounet-sur-le-Sor richtet sich gegen die neue Verbindung zwischen Toulouse und Castres.

Der Umweltaktivist Thomas Brail rief bei der Kundgebung zu einem landesweiten Boykott der mautpflichtigen Strecke auf. Brail, Gründer der französischen Baumschutzorganisation Groupe National de Surveillance des Arbres, begründete seinen Appell vor allem mit den erwarteten Mautkosten. Der Aufruf ist eine politische Protestaktion; eine verbindliche Maßnahme oder eine Initiative staatlicher Stellen ist damit nicht verbunden.

Der Autobahnkonzessionär Atosca hatte am Freitag mitgeteilt, die A69 solle in der ersten Novemberwoche 2026 für den Verkehr freigegeben werden. Damit verschiebt sich die Eröffnung gegenüber einem zuvor genannten Termin Mitte Oktober. Einen genauen Tag gab das Unternehmen zunächst nicht bekannt. Die neue Strecke soll die Straßenverbindung zwischen Castres und dem Großraum Toulouse beschleunigen.

Die Kundgebung gehört zu einem Aktionswochenende, das von Freitag, 9. Oktober, bis Sonntag, 11. Oktober, angesetzt ist. Die Proteste finden in der Nähe der Trasse statt, jedoch nicht auf der Autobahn selbst. Die Präfektur des Tarn hatte Versammlungen auf der A69 sowie in einem 200 Meter breiten Streifen beiderseits der Infrastruktur untersagt. Sie begründete die Einschränkungen mit der öffentlichen Sicherheit.

Auf dem Gelände bei Cambounet-sur-le-Sor standen Reden und ein Demonstrationszug auf dem Programm. Die Veranstalter bezeichneten die Zusammenkunft als letzte große Mobilisierung vor der Verkehrsfreigabe. Während des Protests wurden die Nationalstraße 126 und die Freizeitanlage Dicosa zeitweise geschlossen. Die örtlichen Behörden hatten für das gesamte Wochenende umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen angekündigt.

Der Bau der A69 ist seit Jahren umstritten. Die Gegner kritisieren den Verlust von Natur- und Landwirtschaftsflächen, die ökologischen Folgen der Trasse und die Maut. Sie stellen zudem infrage, ob die erwartete Zeitersparnis die Eingriffe rechtfertigt. Befürworter führen dagegen die bessere Anbindung von Castres an Toulouse und kürzere Fahrzeiten an.

Der Boykottaufruf zielt auf die Nutzung nach der Eröffnung, nicht auf eine Blockade des Betriebs. An Atoscas Zeitplan ändert die Kundgebung zunächst nichts: Nach den bislang veröffentlichten Angaben soll der Verkehr auf der A69 in der ersten Novemberwoche 2026 beginnen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Agence France-Presse über Boursorama
  • La Dépêche du Midi
  • Präfektur Tarn

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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