Paris – 16.09.2026: Acht Gewerkschaften des französischen öffentlichen Dienstes haben für Dienstag, den 29. September 2026, zu Streiks und Demonstrationen aufgerufen. CGT, Force Ouvrière, CFDT, UNSA, FSU, Solidaires, CFE-CGC und FA-FP wollen den Druck auf die Regierung erhöhen. Ihre zentralen Forderungen sind höhere Bezüge, bessere Arbeitsbedingungen und eine verlässlichere Finanzierung öffentlicher Einrichtungen.
Der Aufruf erstreckt sich auf alle drei Bereiche des öffentlichen Dienstes: die Staatsverwaltung, die kommunalen und regionalen Verwaltungen sowie öffentliche Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Er richtet sich an Beamte ebenso wie an Beschäftigte mit Arbeitsvertrag. Betroffen sein könnten daher Schulen, Rathäuser, Sozialdienste, Kliniken, Rettungsdienste und staatliche Behörden. Der Umfang möglicher Einschränkungen hängt jedoch davon ab, wie viele Beschäftigte sich in den einzelnen Einrichtungen beteiligen.
Die Gewerkschaften verlangen allgemeine und sofortige Lohnerhöhungen. Vor allem soll der sogenannte Indexpunkt angehoben werden, der als Grundlage für die Berechnung eines großen Teils der Gehälter dient. Hinzu kommen Forderungen nach einer dauerhaften Anpassung an die Inflation, besseren Aufstiegsmöglichkeiten und gleicher Bezahlung von Frauen und Männern. Auch die volle Vergütung bei gewöhnlichen Krankmeldungen steht auf der gemeinsamen Liste.
Die Organisationen begründen ihren Protest mit den Beratungen über den Haushalt 2027 und der Sorge vor weiteren Einsparungen. Nach ihrer Darstellung reichen die bisherigen Signale der Regierung nicht aus, um Personalmangel, Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen und die hohe Belastung vieler Dienste zu lindern. Force Ouvrière kritisiert insbesondere, dass der Indexpunkt nach bisherigen Planungen nicht steigen soll, und fordert eine sofortige Erhöhung um zehn Prozent.
Die CFDT hat nach eigenen Angaben eine Streikankündigung eingereicht, die am 29. September den gesamten öffentlichen Dienst abdeckt. Zugleich verlangt sie neue Verhandlungen mit der Regierung. Auch die CGT wirbt über die Staatsverwaltung hinaus für eine breite Beteiligung und verbindet die Lohnforderungen mit dem Ruf nach einem Ausbau öffentlicher Leistungen.
Wie stark der Streik den Alltag beeinträchtigen wird, lässt sich knapp zwei Wochen vor dem Termin noch nicht beziffern. Die Beteiligung dürfte je nach Behörde, Kommune, Krankenhaus und Dienststelle unterschiedlich ausfallen. Hinweise zu Unterrichtsausfällen, geschlossenen kommunalen Einrichtungen oder eingeschränkten Dienstleistungen werden gewöhnlich erst kurz vor dem Streik vor Ort bekannt gegeben.
In mehreren Regionen bereiten Gewerkschaften bereits Kundgebungen vor. Für die Beschäftigten der Sozialversicherung in der Region Île-de-France haben sechs Verbände ebenfalls zu Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen aufgerufen. Damit umfasst die Mobilisierung neben Lohnfragen auch die Personalausstattung und die Arbeitsbedingungen in zentralen Bereichen der öffentlichen Versorgung.
Quellen
- CGT: Aufruf zu Streik und Demonstrationen am 29. September 2026
- Force Ouvrière: Forderungen für den öffentlichen Dienst
- CFDT Interco: Streikaufruf für die drei Bereiche des öffentlichen Dienstes
- FSU: Gemeinsame Erklärung der acht Gewerkschaften
- FO Sozialversicherung Île-de-France: Aufruf für Beschäftigte der Sozialversicherung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).