Wenn die Winter-Schulferien beginnen, zieht es viele in die französischen Alpen. In der Tarentaise-Talregion wartet ein Paradies für Wintersportfans – und für alle, die ein wenig Nervenkitzel suchen.
Ein Skigebiet der Extraklasse
La Plagne, gelegen in der Region Savoie, erstreckt sich bis auf 3.250 Meter hinauf, gekrönt vom imposanten Bellecôte-Gletscher. Mit 225 Pistenkilometern ist das Skigebiet ein wahres Eldorado für Skifahrer aller Könnerstufen.
Julien Favre, Direktor der Skischule Oxygène, bringt es auf den Punkt: „Skifahren funktioniert ein bisschen wie Fahrrad- oder Reiten – der Körper folgt der Blickrichtung. Wer nach links will, lehnt sich leicht in die Richtung und verlagert das Gewicht auf das äußere Bein.“ Einfach gesagt – aber in rasanter Abfahrt auf einer roten Piste? Da braucht es schon ein wenig Übung!
Adrenalin pur auf der Olympiabobbahn
Für diejenigen, die den ultimativen Kick suchen, gibt es eine der wenigen öffentlich zugänglichen Bobbahnen Europas. Ursprünglich für die Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville gebaut, wird sie 2030 erneut Austragungsort olympischer Wettkämpfe sein.
Und jetzt stell dir vor: Du steigst in einen futuristisch anmutenden weißen Bob Raft, setzt dich mit drei anderen Personen hintereinander hinein – und dann geht’s los! Auf einer Strecke von 1.500 Metern jagt der Bob durch 19 Kurven, schießt mit bis zu 120 km/h über das Eis und presst dich mit bis zu 4 G in den Sitz. Die Zentrifugalkraft drückt den Bob an die Wände der Bahn, sodass es sich anfühlt, als würdest du senkrecht nach oben schießen. Kein Wunder, dass Bobfahren als eine der intensivsten Sportarten der Welt gilt!
Bruno Thomas, Direktor der Olympiabahn, beschreibt es treffend: „Es gibt keine Luftkompression wie in einem Flugzeug, nur Eis, Beton und Stahl. Keine Federung – nur pure Geschwindigkeit.“ Das Ganze kostet 55 Euro pro Fahrt – ein Preis für ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst.
Mit dem Hundeschlitten durch verschneite Landschaften
Ein ganz anderes, aber nicht weniger aufregendes Abenteuer erwartet dich auf 2.100 Metern Höhe: eine Schlittenfahrt mit Huskys.
Stéphane Alcouffe, ein erfahrener Musher mit 22 Jahren Erfahrung, führt die Tour an. Sieben Hunde – eine Mischung aus Sibirischen Huskys und Alaskan Huskys – ziehen den Schlitten durch die unberührte Schneelandschaft. Jeder Hund hat dabei eine spezielle Aufgabe: Die Leithunde vorne geben die Richtung vor, während die kräftigsten Tiere hinten den Großteil der Last tragen.
Kaum setzt sich der Schlitten in Bewegung, spürt man die Geschwindigkeit ganz anders als beim Skifahren. Nur wenige Zentimeter über dem Boden rauscht man durch die weiße Wildnis, das einzige Geräusch ist das rhythmische Hecheln der Hunde und das Knirschen des Schnees unter den Kufen. Wenn der Schlitten sich einer Schneekante nähert – Gänsehaut!
Mit bis zu 25 km/h gleitet man durch die alpine Natur, vorbei an Wäldern, über Hügel und entlang spektakulärer Abhänge. Und das für volle 30 Minuten. Eine halbe Stunde, die sich anfühlt wie eine Reise in eine andere Welt.
Radrennen auf schneebedeckten Pässen
Wer im Sommer nach La Plagne kommt, kann ebenfalls eine Portion Adrenalin tanken. Am 25. Juli wird die Tour de France hier Station machen. Die Fahrer kämpfen sich dann von Albertville aus über die legendären Pässe des Beaufortain – eine Herausforderung, die selbst für die besten Radsportler der Welt kein Spaziergang ist.
Praktische Infos
Mehr über La Plagne und die buchbaren Aktivitäten erfährst du beim Tourismusbüro La Plagne:
👉 www.la-plagne.com
Ein Reisebericht von V.O.Yager