Schwerin – 21.09.2026: Die Alternative für Deutschland hat die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern nach dem vorläufigen Ergebnis gewonnen. Sie erreichte 38,22 Prozent der Zweitstimmen und lag damit vor der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands mit 35,50 Prozent. Die Wahlbeteiligung stieg auf 78,11 Prozent. Erstmals löste die AfD damit die SPD als stärkste Partei im Land ab.
Gegenüber der Landtagswahl von 2021 verbesserte sich die AfD um 21,50 Prozentpunkte. Damals hatte sie 16,72 Prozent der Zweitstimmen erhalten. Nach dem vorläufigen Ergebnis entfallen 32 der 71 Sitze im Schweriner Landtag auf die Partei. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt auf 29 Mandate. Obwohl sie den ersten Platz verliert, bleibt sie damit eine zentrale Kraft bei der Suche nach einer neuen Regierungsmehrheit.
Die CDU erlitt die schwerste Niederlage des Wahlabends. Sie erhielt 4,89 Prozent der Zweitstimmen und scheiterte damit knapp an der Fünfprozenthürde. Erstmals ziehen die Christdemokraten nicht in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern ein. Bei der Wahl 2021 hatte die CDU noch 13,30 Prozent erreicht und zwölf Mandate gewonnen. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht verfehlte mit 4,83 Prozent den Einzug in das Parlament.
Die Linke und die Grünen übersprangen dagegen die Sperrklausel. Die Linke erzielte 6,54 Prozent und erhält fünf Sitze, die Grünen kamen auf 5,67 Prozent und ebenfalls fünf Mandate. Rechnerisch verfügen SPD, Linke und Grüne gemeinsam über 39 der 71 Sitze. Für eine Mehrheit sind 36 Mandate erforderlich. Die bisherige Koalition aus SPD und Linken käme hingegen nur noch auf 34 Sitze und könnte daher nicht unverändert weiterregieren.
Das Ergebnis eröffnet der SPD trotz ihrer Niederlage eine realistische Möglichkeit, die Regierung zu führen. Eine Zusammenarbeit mit Linken und Grünen hätte rechnerisch eine Mehrheit. Die AfD liegt zwar deutlich vorn, erreicht mit ihren 32 Mandaten allein jedoch keine Mehrheit. Ob andere Parteien Gespräche mit ihr führen würden, geht aus dem vorläufigen Ergebnis nicht hervor.
Parallel wurde in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Dort wurde Die Linke nach einer Hochrechnung mit 25,3 Prozent stärkste Kraft. Die CDU folgte mit 19 Prozent. Die AfD erreichte 16,3 Prozent und lag damit vor den Grünen mit 14,4 Prozent sowie der SPD mit 12,1 Prozent.
Für Bundeskanzler und CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz verschärfen die Resultate den politischen Druck. Bereits am 6. September hatte die AfD die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewonnen. Merz erklärte am Wahlabend, im Amt bleiben und seinen Reformkurs fortsetzen zu wollen. In Mecklenburg-Vorpommern wird die CDU dem vorläufigen Ergebnis zufolge künftig jedoch keine Abgeordneten mehr stellen.
Quellen
- Franceinfo
- Landeswahlleiter Mecklenburg-Vorpommern
- Landeswahlleiter Berlin
- Tagesschau
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).