Magdeburg – 05.09.2026: Sachsen-Anhalt steht vor einer Landtagswahl, deren Folgen weit über das Bundesland hinausreichen könnten. Einen Tag vor der Abstimmung liegt die Alternative für Deutschland in den Umfragen mit deutlichem Abstand vorn. Ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund beansprucht das Amt des Ministerpräsidenten, will sich nach eigenen Angaben aber nur dann zur Wahl stellen, wenn seine Partei eine absolute Mehrheit der Mandate erreicht. Am 6. September entscheiden rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte über die Zusammensetzung des Landtags.
Gewählt wird landesweit der neunte Landtag von Sachsen-Anhalt. Quedlinburg, eine touristisch geprägte Stadt im Harz, ist dabei einer von vielen Wahlorten. Anders als in der französischen Ausgangsmeldung dargestellt, stimmen die Bürger weder über einen Regionalpräsidenten ab noch wird das Regierungsamt direkt vergeben. Den Ministerpräsidenten wählen anschließend die Abgeordneten in Magdeburg. In den ersten beiden Wahlgängen ist dafür die Mehrheit der Mitglieder des Landtags erforderlich.
In der jüngsten, am 28. August veröffentlichten Erhebung von Infratest dimap für den Mitteldeutschen Rundfunk erreichte die AfD 40 Prozent. Die Christlich Demokratische Union kam auf 23 Prozent, die Linke auf 13 und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands auf 9 Prozent. Die Grünen lagen bei 6 Prozent, das Bündnis Sahra Wagenknecht bei 3 Prozent. Umfragen bilden lediglich die Stimmung vor der Wahl ab; die Verteilung der Mandate hängt zudem davon ab, welche Parteien die Fünfprozenthürde überwinden.
Gegenüber der Landtagswahl von 2021 wäre das eine tiefgreifende Verschiebung. Damals gewann die Christlich Demokratische Union 37,1 Prozent der Zweitstimmen, die AfD erreichte 20,8 Prozent. Sollte die AfD ihr Ergebnis annähernd verdoppeln, würde sie den neuen Landtag beherrschen. Dennoch bliebe die Regierungsbildung schwierig. Siegmund hat Koalitionsverhandlungen ausgeschlossen, falls seine Partei die absolute Mehrheit verfehlt. Die übrigen im Landtag vertretenen Parteien lehnen eine Zusammenarbeit mit der AfD ab.
Der Landesverband der AfD wird vom Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Die Behörde verweist auf Positionen und Äußerungen, die sich insbesondere gegen Menschenwürde und Demokratieprinzip richteten. Die Partei weist diese Bewertung zurück und bestreitet eine extremistische Ausrichtung.
Die Länder verantworten in Deutschland zentrale Bereiche wie Schulen, Polizei und große Teile der Verwaltung. Eine von der AfD geführte Landesregierung wäre deshalb ein politischer Einschnitt mit praktischen Folgen. Bislang regiert die Partei in keinem Bundesland. Die Wahllokale schließen am 6. September um 18 Uhr; danach beginnt die Auszählung.
Quellen
- Franceinfo
- Landtag Sachsen-Anhalt
- Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt
- Infratest dimap
- Mitteldeutscher Rundfunk
- Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).