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AfD-Wahlsieg alarmiert Geschichtslehrer in Sachsen-Anhalt

Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt warnen Geschichtslehrer vor einer politischen Neuordnung der Lehrpläne. Die Partei will nationale Erzählungen stärken und die Erinnerungskultur verändern.

Magdeburg – 07.09.2026: Der deutliche Wahlsieg der Alternative für Deutschland bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt verschärft die Debatte über die Zukunft des Geschichtsunterrichts. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erreichte die Partei 43,8 Prozent der Stimmen, verfehlte jedoch die absolute Mehrheit. Geschichtslehrer warnen vor politischen Eingriffen in die Lehrpläne, sollte die AfD an der nächsten Landesregierung beteiligt werden.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Regierungsprogramm des Landesverbandes. Darin fordert die Partei, den Geschichtsunterricht an allen Schulformen stärker auf das 19. Jahrhundert auszurichten. Als Bezugspunkte nennt sie Otto von Bismarck und die Reichsgründung von 1871. Das unter Bismarck gegründete Deutsche Reich beschreibt das Programm als eine Epoche, die Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft in besonderer Weise gefördert habe.

Damit verbindet die AfD eine grundsätzliche Kritik an der deutschen Erinnerungskultur. Nach ihrer Auffassung nimmt die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus zu viel Raum ein. Der Verfassungsschutz des Landes ordnet die von Parteivertretern verwendete Rede vom sogenannten Schuldkult hingegen als Bestandteil geschichtsrevisionistischer Deutungsmuster ein. Solche Begriffe können dazu dienen, deutsche Verbrechen im Zweiten Weltkrieg zu relativieren und Deutsche vorwiegend als Opfer darzustellen.

Die geltenden Lehrpläne behandeln den Nationalsozialismus, den Holocaust und die nationalsozialistische Gewaltpolitik als zentrale Gegenstände historischer Bildung. Berücksichtigt werden sowohl Täter- als auch Opferperspektiven. An weiterführenden Schulen werden zudem Besuche von Gedenkstätten ausdrücklich empfohlen. Das Bildungsministerium nennt die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt als wichtigen Partner der historisch-politischen Bildung.

Die Sorge der Lehrer richtet sich deshalb weniger gegen eine ausführlichere Beschäftigung mit dem 19. Jahrhundert als gegen eine politisch vorgegebene Verschiebung der Maßstäbe. Die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Diktatur ist in Deutschland eng mit dem Bildungsauftrag verbunden, demokratische Grundrechte, Antisemitismus und autoritäre Herrschaft kritisch zu behandeln. Zusätzlicher Raum für nationale Leitfiguren müsste diese Themen nicht zwangsläufig verdrängen; bei begrenzter Unterrichtszeit könnte er ihr Gewicht jedoch verringern.

Die Gestaltung der Lehrpläne fällt unter die Kulturhoheit der Länder. Eine Landesregierung kann über das Bildungsministerium Änderungen anstoßen, üblicherweise unter Beteiligung von Fachgremien und Schulverwaltung. Trotz ihres Wahlergebnisses verfügt die AfD nicht über eine eigene Mehrheit im Landtag. Ob sie Einfluss auf die Schulpolitik erhält, hängt daher von der Regierungsbildung ab.

Der Verband der Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer Deutschlands sieht in den Forderungen einen Konflikt um die Grundlagen politischer Bildung. Mit der Wahl vom 6. September ist daraus eine konkrete Machtfrage geworden: Wer künftig das Bildungsministerium führt, kann die Gewichtung historischer Themen an Sachsen-Anhalts Schulen maßgeblich prägen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
  • Tagesschau
  • Deutschlandfunk
  • AfD Sachsen-Anhalt Regierungsprogramm 2026
  • Ministerium für Bildung Sachsen-Anhalt
  • Ministerium für Inneres und Sport Sachsen-Anhalt

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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