Politik & Gesellschaft

Algerien nimmt zwei von Frankreich gesuchte Drogenverdächtige in Untersuchungshaft

Mehdi Laribi und Djamel Djeha befinden sich nach Angaben von Justizminister Gérald Darmanin in Algerien in Untersuchungshaft. Der Schritt ist ein greifbares Ergebnis der wieder aufgenommenen Zusammenarbeit zwischen Paris und Algier.

Algier – 10.08.2026: Zwei von der französischen Justiz gesuchte mutmaßliche Drahtzieher des organisierten Drogenhandels sind in Algerien in Untersuchungshaft genommen worden. Das teilte Frankreichs Justizminister Gérald Darmanin am Montag mit. Mehdi Laribi und Djamel Djeha hatten sich nach ihren Festnahmen zunächst unter gerichtlicher Aufsicht befunden. Für Paris ist die Verschärfung der richterlichen Maßnahmen ein erster greifbarer Erfolg der wieder aufgenommenen Zusammenarbeit mit Algier.

Der 36 Jahre alte Laribi, der auch unter dem Namen "Tic" bekannt ist, gilt französischen Ermittlern als einer der mutmaßlichen Gründer der kriminellen Gruppierung DZ Mafia. Algerische Behörden nahmen ihn am 20. Juli 2026 auf Grundlage eines französischen Haftbefehls fest. Dieser war im Zuge der umfangreichen Ermittlung "Octopus" erlassen worden. Die französische Justiz wirft Laribi unter anderem Drogendelikte, kriminelle Vereinigung und Geldwäsche vor.

Djeha wurde am 3. August 2026 in Algerien festgenommen. Nach französischen Ermittlungsinformationen steht der Zugriff mit dem Verfahren "Empire" in Verbindung. Djeha soll einem Drogenhandelsnetz im Marseiller Viertel La Castellane angehören. Über eine Anklage oder den weiteren Zeitplan eines möglichen Verfahrens in Algerien wurde zunächst nichts bekannt.

Die französischen Behörden hatten beide Männer zu vorrangigen Zielen ihres Vorgehens gegen den organisierten Drogenhandel erklärt. Bei der Operation "Octopus" mobilisierte die Gendarmerie am 9. März 2026 mehr als 1.000 Einsatzkräfte; 43 Verdächtige gerieten ins Visier. Die Ermittlungen betreffen Strukturen, denen ein erheblicher Einfluss auf den Drogenhandel und die damit verbundene Gewalt in mehreren französischen Städten zugeschrieben wird.

Auch politisch ist die Entscheidung bedeutsam. Die Festnahmen fallen in eine Phase vorsichtiger Annäherung nach einer längeren diplomatischen Krise zwischen Frankreich und Algerien. Darmanin reiste am 18. Mai 2026 nach Algier und sprach dort mit seinem algerischen Amtskollegen Lotfi Boudjemaa sowie Präsident Abdelmadjid Tebboune. Ziel des Besuchs war nach Angaben beider Seiten, die strafrechtliche Zusammenarbeit und den Austausch im Strafvollzug wiederzubeleben. Bereits im Februar hatte Innenminister Laurent Nuñez Gespräche in Algier geführt.

Die Untersuchungshaft ist allerdings nicht mit einer Auslieferung oder Überstellung nach Frankreich gleichzusetzen. Zunächst können die algerischen Justizbehörden die Vorwürfe in eigenen Verfahren prüfen. Welchen Zugang französische Ermittler zu den Beschuldigten oder zu möglichen Beweismitteln erhalten, ist bislang offen. Fest steht, dass zwei zuvor dem unmittelbaren Zugriff Frankreichs entzogene Verdächtige nun einer freiheitsentziehenden richterlichen Maßnahme in Algerien unterliegen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Gendarmerie nationale
  • Radio Algérienne

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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