Kultur

Am Lac de Biscarrosse lebt die Kunst der Wasserfliegerei fort

Am Lac de Biscarrosse verbinden Piloten bis heute ihre Liebe zum Fliegen mit der zum Wasser. Der See erinnert zugleich an jene Epoche, in der große Flugboote von hier aus den Atlantik überquerten.

Biscarrosse – 10.08.2026: Wenn ein Wasserflugzeug auf dem Lac de Biscarrosse beschleunigt, verbinden sich Technik und Landschaft auf seltene Weise. Der Rumpf zieht eine Spur durch das Wasser, ehe sich die Maschine von der Oberfläche löst. Eine aktuelle Reportage von Franceinfo stellt Piloten vor, die hier aus Freude am Fliegen und am Wasser starten – und damit eine besondere Tradition fortführen.

Der See von Biscarrosse und Parentis zählt mit rund 3.500 Hektar Süßwasser zu den großen Binnengewässern Frankreichs. Seine weite Wasserfläche machte ihn früh für die Luftfahrt interessant. Wo keine lange Landebahn vorhanden war, konnte der See als natürliche Start- und Landefläche dienen. Wind, Wellen und Strömung verlangen allerdings eine andere Aufmerksamkeit als Asphalt und Markierungen.

Die Luftfahrtgeschichte des Ortes ist eng mit Pierre-Georges Latécoère verbunden. Der Unternehmer plante Ende der zwanziger Jahre eine Basis am Seeufer. Ab 1930 entstand in Biscarrosse ein Montage- und Erprobungsplatz für große französische Wasserflugzeuge. Damit veränderte sich auch die Stadt, die zuvor vor allem durch die Forstwirtschaft der Landes geprägt worden war.

Mit dem Gewässer verbinden sich einige der bekanntesten Namen der französischen Luftfahrt. Jean Mermoz, Antoine de Saint-Exupéry und Henri Guillaumet flogen im Umfeld der Latécoère-Basis. Am 15. Juli 1939 befanden sich Saint-Exupéry und Guillaumet an Bord einer Latécoère 521 auf der direkten Strecke von New York nach Biscarrosse. Für eine kurze Epoche wurde der stille See so zu einem französischen Tor über den Atlantik.

Wasserflugzeuge waren damals mehr als technische Exoten. Sie beförderten Post, erschlossen Verbindungen über Ozeane und sollten Passagiere über Distanzen tragen, für die an Land noch die Infrastruktur fehlte. Die großen Flugboote der dreißiger Jahre glichen schwimmenden Verkehrsbauten: schwer, kostspielig und angewiesen auf Motoren, Wetter und eine beherrschbare Wasseroberfläche.

Heute lebt die Wasserfliegerei in Biscarrosse als kulturelles Erbe und als Leidenschaft spezialisierter Piloten weiter. Beim Start müssen sie die Maschine auf dem Wasser stabilisieren; auch das Manövrieren und Anlegen erfordert Erfahrung. Der See ist damit Flugplatz und historischer Schauplatz zugleich.

Das Musée de l'Hydraviation auf dem Gelände der früheren Latécoère-Basis bewahrt restaurierte Flugzeuge, Motoren, Archive und persönliche Gegenstände. Seine Sammlung erinnert an Transatlantikflüge nach New York und Fort-de-France sowie an die Menschen, die Biscarrosse zu einem bedeutenden Ort der französischen Luftfahrtgeschichte machten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Stadt Biscarrosse
  • Musée de l'Hydraviation Biscarrosse
  • Latécoère

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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