Wirtschaft

Annecy beschränkt Bootsvermietung an öffentlichen Stegen

Die Stadt Annecy will den Bootsverleih an öffentlichen Stegen begrenzen. Lokale Anbieter fürchten um ihr Sommergeschäft, während die Kommune mit Sicherheit, geordneten Abläufen und dem wachsenden Nutzungsdruck auf den See argumentiert.

Annecy – 07.08.2026: Am Lac d'Annecy ist aus einem einträglichen Sommergeschäft ein Konflikt über die Nutzung des öffentlichen Raums geworden. Die Stadt will die gewerbliche Bootsvermietung an öffentlichen Stegen beschränken. Betroffen sind vor allem kleinere Tourismusanbieter, die ihre Kundschaft an stark besuchten Uferabschnitten in Motor-, Elektro- oder Tretboote einsteigen lassen.

Verschärft wurde die Debatte durch ein Angebot, das unter dem Namen Uber Boat über die Plattform Click&Boat auf den See kommen sollte. Die Aussicht auf zusätzliche, digital vermittelte Fahrten nährte im Rathaus die Sorge, dass die Zahl der gleichzeitig eingesetzten Boote weiter steigen könnte. Ende Juli erklärte Uber Boat jedoch, auf den geplanten Start am Annecy-See zu verzichten. Die kommunalen Pläne sind damit nicht vom Tisch.

Für die ansässigen Vermieter bedeutet die angekündigte Beschränkung einen erheblichen Einschnitt. Sie fürchten um Arbeitsplätze und Einnahmen während der Hochsaison. Ihr Protest richtet sich gegen eine Regelung, die aus ihrer Sicht vor allem seit Jahren etablierte Betriebe trifft. Zugleich pochen sie auf einen Unterschied zwischen der klassischen Vermietung von Booten und neuen, über Plattformen vermittelten Fahrdiensten mit Skipper.

Die Stadt verweist auf den wachsenden Nutzungsdruck. In den Sommermonaten teilen sich Ausflugsschiffe, Wassersportler, Badegäste, private Motorboote und Linienverbindungen dieselben Uferzonen. Nach Angaben des Rathauses beobachten die kommunale Polizei und die Umweltbrigade eine sichtbare Zunahme von Bootsfahrten mit Fahrer. Weniger gewerblich genutzte Einstiegsstellen sollen den Verkehr an den Stegen übersichtlicher machen und Konflikte am Ufer verringern.

Rechtlich ist die Lage kompliziert. Der Lac d'Annecy gehört zur staatlichen öffentlichen Flussdomäne. Wer Stege, Liegeplätze oder andere Anlagen gewerblich nutzt, benötigt grundsätzlich eine befristete Genehmigung. Die Präfektur Haute-Savoie weist darauf hin, dass solche Erlaubnisse an Auflagen gebunden und aus Gründen des Allgemeininteresses eingeschränkt werden können.

Dass gewerbliche Vermietung auf dem See nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden soll, belegt ein laufendes Vergabeverfahren der staatlichen Gebietsverwaltung. Für einen Holzsteg am Champ de Mars in Annecy werden Bewerbungen um eine befristete Nutzung zur Vermietung motorisierter und nicht motorisierter Boote angenommen. Dort sind bis zu 20 Liegeplätze vorgesehen, davon höchstens sieben für Motorboote.

Der Streit betrifft daher vor allem die zugelassenen Standorte und deren Auflagen. Für kleinere Betriebe ist der Zugang zu einem belebten Steg wirtschaftlich zentral, weil dort ein großer Teil der spontanen Kundschaft erreicht wird. Bewerbungen für den Standort Champ de Mars können noch bis zum 14. August 2026 bei der Gebietsverwaltung eingereicht werden.

Quellen

  • Franceinfo
  • Präfektur Haute-Savoie
  • Le Dauphiné Libéré

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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