Politik & Gesellschaft

Anwalt dementiert Festnahme von Nahels Mutter

Mounia Merzouk ist nach Angaben ihres Anwalts am Rand der Schülerblockaden weder festgenommen noch angehört worden. Entsprechende Berichte seien falsch.

Nanterre – 03.10.2026: Der Anwalt von Mounia Merzouk hat Berichte über eine angebliche Festnahme seiner Mandantin am Rand der Schülerblockaden zurückgewiesen. Frank Berton erklärte am Samstag, Merzouk sei weder festgenommen noch angehört worden. Auch habe es keine andere polizeiliche oder justizielle Maßnahme gegen sie gegeben. Seit dem 2. Oktober hatten mehrere Medien und Beiträge in sozialen Netzwerken eine gegenteilige Darstellung verbreitet.

Berton bezeichnete die Meldung als offenkundig falsch. Ihre Weiterverbreitung verletze die Würde seiner Mandantin, erklärte er in einer Stellungnahme. Der Anwalt kritisierte zudem, die Behauptung kursiere zu einem Zeitpunkt, an dem das Verfahren um den Tod ihres Sohnes erneut eine wichtige juristische Etappe erreicht habe. Eine Bestätigung der angeblichen Festnahme durch Polizei oder Justiz lag nicht vor.

Mounia Merzouk ist die Mutter von Nahel Merzouk. Der 17-Jährige wurde am 27. Juni 2023 bei einer Verkehrskontrolle in Nanterre durch den Schuss eines Polizisten getötet. Videoaufnahmen des Geschehens verbreiteten sich rasch und lösten eine landesweite Debatte über Polizeigewalt und Kontrollen im Straßenverkehr aus. In zahlreichen französischen Städten kam es damals zu schweren Unruhen. Seitdem wird juristisch darum gerungen, wie der tödliche Schuss strafrechtlich zu bewerten ist.

Die Berufungskammer des Appellationsgerichts Versailles entschied im März 2026, den Polizisten wegen vorsätzlicher Gewalt mit Todesfolge ohne Tötungsvorsatz vor Gericht zu stellen. Sowohl die Familie Nahels als auch der beschuldigte Beamte legten Rechtsmittel ein. Das Kassationsgericht hob die Entscheidung anschließend auf, sodass die Berufungskammer erneut über die rechtliche Einordnung beraten musste.

Diese neue Verhandlung fand am 29. September 2026 in Versailles statt. Die Entscheidung soll nach Angaben des Gerichts am 24. November verkündet werden. Für die Familie ist die Qualifikation der Tat von großer Tragweite: Sie bestimmt, vor welchem Gericht und wegen welchen Vorwurfs sich der Polizist verantworten muss. Zur Debatte steht insbesondere, ob ein Mordvorwurf verfolgt wird oder eine andere strafrechtliche Bewertung greift. Der zweite Beamte, der bei der Kontrolle anwesend war, war nicht angeklagt worden.

Berton wirft den Urhebern und Verbreitern der Festnahmebehauptung vor, den Schmerz einer Mutter für politische Zwecke zu instrumentalisieren und ihren Einsatz im Verfahren um ihren Sohn zu diskreditieren. Nach seiner Darstellung beruht die Meldung auf keinem behördlichen Vorgang. Die nächste feststehende Etappe in dem Fall ist die für den 24. November angekündigte Entscheidung des Gerichts in Versailles.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Parisien
  • RTL
  • Le Progrès

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).