Politik & Gesellschaft

Anzeige gegen früheren Direktor der Chartreux-Schulen in Lyon

Eine 18-jährige Studentin hat den früheren Direktor der Chartreux-Schulen in Lyon wegen mutmaßlicher Vergewaltigungen und schwerer sexueller Übergriffe angezeigt. Die Staatsanwaltschaft und das Erzbistum befassen sich mit dem Fall.

Lyon – 12.09.2026: Gegen den früheren Direktor der katholischen Chartreux-Schulen in Lyon liegt eine Anzeige wegen mutmaßlicher Vergewaltigungen und schwerer sexueller Übergriffe vor. Eine 18-jährige Studentin erstattete sie am 10. September gegen den Priester Jean-Bernard Plessy. Der 63-Jährige leitete die traditionsreiche Bildungseinrichtung rund 25 Jahre lang.

Die junge Frau wirft ihm nach Angaben ihrer Anwältin Taten vor, die begonnen haben sollen, als sie gerade volljährig war. Die mutmaßlichen Übergriffe hätten sich über mehrere Monate bis Juli 2026 hingezogen. Bei der rechtlichen Bewertung verweist die Anwältin auf das Autoritätsverhältnis zwischen dem damaligen Direktor und der Studentin sowie auf deren persönliche Situation. Ob und in welcher Form diese Umstände strafrechtlich erheblich sind, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Das Erzbistum Lyon war nach eigener Darstellung bereits im Juni 2026 über eine Beziehung zwischen dem Priester und einer volljährigen Studentin informiert worden, die seiner Autorität unterstand. Die Kirche leitete den Sachverhalt an die Staatsanwaltschaft weiter, die daraufhin eine Untersuchung eröffnete. Daneben läuft ein kirchenrechtliches Verfahren gegen Plessy. Beide Verfahren folgen unterschiedlichen Regeln und können unabhängig voneinander zu Ergebnissen kommen.

Am 2. September hatte Erzbischof Olivier de Germay öffentlich mitgeteilt, Plessy sei von seiner Aufgabe an der Spitze des Schulverbunds abgezogen worden. Der Priester hatte seine Funktion bereits am 9. Juli niedergelegt und dies damals mit körperlicher und seelischer Erschöpfung begründet. Nach Medienberichten ordnete das Erzbistum zudem an, dass er keinen Kontakt zu der Studentin aufnehmen dürfe. Auch eine seelsorgerische Tätigkeit im Erzbistum Lyon wurde ihm untersagt. Dabei handelt es sich um kirchliche Vorsichtsmaßnahmen, nicht um eine strafrechtliche Sanktion.

Die Institution des Chartreux hat ihren Hauptsitz im ersten Arrondissement von Lyon und umfasst mehrere Bildungsangebote, die vom Kindergarten bis zu weiterführenden Studiengängen reichen. Der langjährige Direktor prägte damit eine Einrichtung, zu der zahlreiche Schülerinnen, Schüler, Familien und Beschäftigte gehören. Die Schule äußerte sich zu den konkreten Vorwürfen zunächst nicht ausführlich.

Mit der Anzeige erhält die bereits laufende Untersuchung eine neue Grundlage: Die Ermittler können nun die detaillierten Angaben der Studentin prüfen, mögliche Zeugen befragen und weitere Beweismittel auswerten. Welche Untersuchungsschritte bereits erfolgt sind, wurde nicht bekannt. Auch eine Anklage ist bislang nicht erhoben worden.

Plessy ist nicht verurteilt; für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Nach einzelnen Medienberichten bestreitet er die Anschuldigungen und will mit den Ermittlern zusammenarbeiten. Auf eine weitere Anfrage französischer Medien reagierte seine Seite zunächst nicht.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Progrès
  • Lyon Capitale
  • LyonMag
  • Erzbistum Lyon

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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