Politik & Gesellschaft

Anzeige nach Vorwürfen um Saint-Denis-Bürgermeister Bagayoko

Nach einer Recherche von "Le Canard enchaîné" ist wegen des Verdachts auf Veruntreuung öffentlicher Gelder Anzeige gegen Unbekannt erstattet worden. Es geht um die frühere Tätigkeit von Bally Bagayoko bei der RATP und sein…

Paris – 07.08.2026: Eine Anzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts auf Veruntreuung öffentlicher Gelder rückt den Bürgermeister von Saint-Denis, Bally Bagayoko, in den Blick der Justiz. Anlass ist eine Recherche der Wochenzeitung "Le Canard enchaîné", über die Franceinfo am Freitag berichtete. Gegenstand der Vorwürfe ist Bagayokos frühere Beschäftigung als Führungskraft bei der Pariser Verkehrsgesellschaft RATP.

Nach den bislang veröffentlichten Informationen geht es um die Jahre vor Bagayokos Wahl zum Bürgermeister im März 2026. Der Bericht stellt die Frage, ob er sein kommunalpolitisches Mandat und eine Vollzeitstelle bei einem öffentlichen Unternehmen regelkonform miteinander vereinbaren konnte. Für die parallele Ausübung öffentlicher Tätigkeiten gelten in Frankreich enge Vorschriften; Ausnahmen bedürfen demnach einer ausdrücklichen und begründeten Genehmigung.

Die Anzeige richtet sich nicht namentlich gegen Bagayoko. Sie soll nach Angaben von Franceinfo klären lassen, ob öffentliche Mittel unrechtmäßig verwendet worden sein könnten. Eine strafrechtliche Verantwortung ist damit ebenso wenig festgestellt wie ein Fehlverhalten des Bürgermeisters. Ob die Staatsanwaltschaft förmliche Ermittlungen einleitet, war am Freitag öffentlich nicht bekannt.

Bagayoko gewann die Kommunalwahl in Saint-Denis im Département Seine-Saint-Denis bereits im ersten Wahlgang und übernahm anschließend das Rathaus der großen nördlichen Pariser Vorstadt. Der La France insoumise zugerechnete Politiker war zuvor schon lange kommunalpolitisch tätig. Seine berufliche Vergangenheit bei der RATP dürfte deshalb anhand von Arbeitszeiten, Genehmigungen und tatsächlich erbrachten Leistungen geprüft werden, falls die Justiz den Vorgang weiterverfolgt.

Rechtlich geht es um mehr als die bloße Existenz einer Nebentätigkeit. Zu klären wäre, ob Bagayoko seine vertraglich geschuldete Arbeit bei der RATP geleistet hat und ob die Verbindung von Beschäftigung und Mandat ordnungsgemäß genehmigt war. Antworten darauf können nur die zuständigen Behörden und gegebenenfalls die RATP auf Grundlage der Personal- und Arbeitsunterlagen geben.

Die Vorwürfe treffen Bagayoko in einer angespannten politischen Lage. Seit seinem Wahlsieg war er wiederholt Ziel falscher und teils rassistischer Behauptungen in sozialen Netzwerken und Medien. Das entbindet die Behörden nicht davon, konkrete Verdachtsmomente zu prüfen. Zugleich gebietet dieser Kontext besondere Zurückhaltung, solange weder belastbare Belege noch eine justizielle Bewertung vorliegen.

Franceinfo berichtete am 7. August über die Anzeige und die Recherche des "Canard enchaîné". Eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft oder ein öffentlich dokumentierter Abschluss einer Vorprüfung lagen zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Für Bagayoko gilt die Unschuldsvermutung.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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