Paris – 08.09.2026: Im Prozess um die Tötung des früheren argentinischen Rugby-Nationalspielers Federico Martín Aramburú hat sich das Pariser Schwurgericht am Dienstag mit den Lebensläufen der beiden Hauptangeklagten befasst. Bei der Befragung von Loïk Le Priol und Romain Bouvier ging es um eine Vorgeschichte, die nach den Schilderungen vor Gericht von Gewalt, Waffen und einer engen persönlichen Bindung geprägt war.
Le Priol, dem Mord vorgeworfen wird, musste sich zu seinem früheren Verhalten äußern. Nach Berichten aus dem Gerichtssaal sprach der 32-Jährige selbst von einer "toxischen Männlichkeit". Bereits am ersten Prozesstag hatte er eingeräumt, die tödlichen Schüsse abgegeben zu haben. Er beruft sich jedoch auf Notwehr. Ob diese Darstellung mit den weiteren Beweismitteln vereinbar ist, gehört zu den Fragen, über die das Gericht nach Abschluss der Verhandlung entscheiden muss. Bis zum Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Romain Bouvier, 35 Jahre alt, ist wegen versuchten Mordes angeklagt und bestreitet die Vorwürfe. Seine Befragung kreiste um das Verhältnis zu Le Priol, um gemeinsame politische Kreise und frühere Straftaten. Bouvier sagte nach Angaben französischer Medien, Gewalt sei durch nichts zu rechtfertigen. Zugleich beschäftigte sich das Gericht mit seiner Persönlichkeit und einer in der Verhandlung beschriebenen emotionalen Instabilität.
Zur Sprache kamen zudem frühere Verurteilungen beider Männer wegen einer schweren Gewalttat aus dem Jahr 2015. Nach Angaben aus dem Verfahren durften sie infolge dieser Verurteilungen keinen Kontakt miteinander haben und keine Waffen tragen. Die Anklage misst diesem Hintergrund Bedeutung für die Rekonstruktion der Tatnacht bei. Das Gericht muss jedoch gesondert prüfen, was davon für die konkreten Vorwürfe im Fall Aramburú rechtlich relevant ist.
Aramburú war am 19. März 2022 nach einem Streit vor einem Lokal am Boulevard Saint-Germain erschossen worden. Der 42-Jährige hatte für die argentinische Nationalmannschaft gespielt und seine Laufbahn später in Frankreich fortgesetzt. Die Anklage geht davon aus, dass die tödlichen Schüsse auf die Auseinandersetzung folgten und gezielt abgegeben wurden. Die Verteidigung weist wesentliche Teile dieser Darstellung zurück. Zu den Beweismitteln zählen Videoaufnahmen und Zeugenaussagen.
Der Prozess begann am Montag, 7. September 2026, im Palais de Justice auf der Île de la Cité. Neben Le Priol und Bouvier müssen sich zwei weitere Personen vor Gericht verantworten; ihre mutmaßlichen Rollen werden jeweils gesondert geprüft. Das Urteil ist nach der bisherigen Planung für den 25. September vorgesehen. Für Aramburús Angehörige bietet das Verfahren erstmals eine umfassende gerichtliche Rekonstruktion der tödlichen Nacht.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- L'Équipe
- Rugbyrama
- Le Monde
- TF1 Info
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).