Wirtschaft

Armenien belebt seinen Weinbau neu

Eine Reportage von France 2 begleitet den französisch-armenischen Önologen Louis-Vincent Manoukian beim Aufbau eines Weinbergs. Armeniens Winzer wollen an ein jahrtausendealtes Erbe anknüpfen und zugleich neue Absatzmärkte erschließen.

Areni – 17.09.2026: Das französische Fernsehmagazin "Envoyé spécial" hat am Donnerstag eine Reportage über den Aufbruch des armenischen Weinbaus ausgestrahlt. Der Beitrag begleitet Louis-Vincent Manoukian, einen französisch-armenischen Winzer und Önologen, der in Armenien einen eigenen Weinberg angelegt hat. Sein Projekt verbindet persönliche Herkunft, unternehmerisches Risiko und die lange Geschichte des Weinbaus im Kaukasus.

Der historische Bezugspunkt liegt in der Höhle Areni-1 in der südarmenischen Provinz Wajoz Dsor. Dort entdeckten Archäologen eine rund 6.100 Jahre alte Anlage zur Weinherstellung. Zu den Funden gehören eine Presse, Gefäße zur Gärung und Lagerung, Traubenreste sowie chemische Spuren von Wein. Das UNESCO-Welterbezentrum führt Areni-1 auf seiner Vorschlagsliste und beschreibt den Fund als früheste bekannte vollständige Anlage dieser Art.

Die in der Sendung verwendete Bezeichnung "ältester Wein der Welt" verlangt daher eine Präzisierung. Gemeint ist nicht der älteste Nachweis eines vergorenen Getränks aus Trauben. Außergewöhnlich ist vielmehr, dass sich in Areni-1 mehrere Arbeitsschritte der Weinherstellung an einem Ort archäologisch belegen lassen. Die Anlage wird auf die Zeit um 4100 vor Christus datiert und verweist auf eine bereits damals entwickelte Produktionsweise.

Manoukians Weinberg steht für den Versuch, aus diesem kulturellen Erbe eine wirtschaftliche Perspektive zu entwickeln. Nach Angaben zur Sendung arbeitet er seit fünf Jahren an dem Vorhaben und bereitet seine erste Abfüllung vor. Der Aufbau eines Betriebs erfordert Geduld: Reben tragen erst nach mehreren Jahren verlässlich, zugleich müssen Kellertechnik, Vertrieb und eine erkennbare Marke entstehen. Hinzu kommt die Lage in einer sicherheitspolitisch empfindlichen Region nahe der Grenze zu Aserbaidschan, die Investitionen und langfristige Planungen erschwert.

Der Weinsektor hat für Armenien inzwischen spürbare wirtschaftliche Bedeutung. Die staatliche Investitionsagentur Enterprise Armenia beziffert die Rebfläche des Landes für 2025 auf 15.249 Hektar. Im selben Jahr seien 11,6 Millionen Liter Traubenwein erzeugt worden; 76,4 Prozent der Produktion gingen demnach in den Export. Der Zugang zu ausländischen Märkten ist für die Branche damit von erheblichem Gewicht.

Für kleinere Betriebe hängt die Zukunft besonders von der Pflege heimischer Rebsorten, moderner Kellertechnik und verlässlichen Vertriebswegen ab. Die jahrtausendealte Herkunft kann dabei Aufmerksamkeit schaffen, ersetzt aber weder Qualität noch tragfähige Absatzstrukturen. Areni-1 liefert den historischen Anker: Die Höhle belegt, dass Menschen auf dem Gebiet des heutigen Armeniens bereits vor mehr als sechs Jahrtausenden Wein in einer eigens dafür eingerichteten Anlage herstellten.

Quellen

  • Franceinfo
  • UNESCO-Welterbezentrum
  • Enterprise Armenia
  • Canal+

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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