Politik & Gesellschaft

Ausschreitungen bei Protesten in Paris und Marseille

Bei landesweiten Protesten ist es in Paris und Marseille zu Zusammenstößen und Sachbeschädigungen gekommen. In Marseille drangen Demonstrierende kurzzeitig in das Rathaus ein.

Paris – 17.10.2026: Bei landesweiten Protesten ist es am Samstag in Paris und Marseille zu Zusammenstößen und Sachbeschädigungen gekommen. Auf der Place de la République gerieten Polizeikräfte bereits vor Beginn des genehmigten Demonstrationszuges mit einzelnen vermummten Personen aneinander. Die Polizei setzte Tränengas ein, nachdem Einsatzkräfte nach übereinstimmenden Medienberichten mit Feuerwerkskörpern und Gegenständen beworfen worden waren.

Die Pariser Demonstration fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Einen zunächst erwogenen Zug zur Place de la Concorde hatte die Polizeipräfektur nicht genehmigt. Stattdessen führte die zugelassene Strecke von der Place de la République über den Boulevard Magenta und Barbès-Rochechouart zur Place de Clichy. Mehrere Metrostationen in besonders geschützten Vierteln blieben auf Anordnung der Behörden geschlossen.

Aus Marseille wurden schwerere Sachbeschädigungen gemeldet. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden ein Posten der kommunalen Polizei an der Canebière sowie Geschäfte angegriffen. Eine Gruppe von Demonstrierenden gelangte zeitweise in die Eingangshalle des Rathauses. Die Polizei drängte sie wieder aus dem Gebäude. Gesicherte Angaben über Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Marseilles Bürgermeister Benoît Payan sprach von begrenzten Schäden in der Vorhalle und forderte zusätzliche Polizeikräfte an. Der Protestzug in der Hafenstadt war am Vormittag zunächst von Schülerinnen und Schülern, Studierenden, Gewerkschaftsmitgliedern und Aktivisten getragen worden. Die Übergriffe ereigneten sich am Rand der Kundgebung; Rückschlüsse auf die große Mehrheit der Teilnehmenden lassen sie nicht zu.

Das Innenministerium zählte bis zum Mittag außerhalb des Großraums Paris mehr als 140 Protestaktionen mit insgesamt über 30.000 Beteiligten. Landesweit meldeten die Behörden mindestens 166 Festnahmen. Da die Einsätze am Nachmittag andauerten, konnten sich diese Zahlen noch ändern. Weitere Zwischenfälle wurden aus Rennes, Toulouse und Angers bekannt.

Hinter der Mobilisierung stehen Gruppen mit unterschiedlichen Anliegen. Initiativen von Schülerinnen, Schülern und Studierenden knüpfen an Proteste seit September an. Teile der Gelbwesten-Bewegung hatten in sozialen Netzwerken zur Teilnahme aufgerufen. Die Gewerkschaft Confédération générale du travail unterstützt Forderungen nach höheren Löhnen und Renten, niedrigeren Preisen und dem Erhalt öffentlicher Dienste.

Präsident Emmanuel Macron hatte am Freitag in Brüssel zur Ruhe aufgerufen. Er verwies auf das Recht, friedlich zu demonstrieren, und verlangte zugleich Respekt vor Menschen und Eigentum. In Marseille begann die Stadtverwaltung am Samstag mit der Prüfung der Schäden am Rathaus und am Polizeiposten. Angaben zu möglichen strafrechtlichen Ermittlungen lagen am Nachmittag noch nicht vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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