Marseille – 18.10.2026: Am Morgen nach den Ausschreitungen am Rande der Demonstrationen bietet sich in Teilen Marseilles ein Bild der Verwüstung. Nach Angaben der Behörden kam es am Samstag in mehreren Vierteln zu Plünderungen, Sachbeschädigungen und Angriffen auf öffentliche Einrichtungen. Besonders das Eindringen in das Rathaus beschäftigt Polizei, Stadtverwaltung und Anwohner.
Über das Ausmaß der Gewalt kursieren stark voneinander abweichende Zahlen. Franceinfo berichtete unter Berufung auf die Polizeipräfektur des Départements Bouches-du-Rhône von mehr als 30.000 Plünderern. Diese außergewöhnlich hohe Angabe ist bislang nicht unabhängig bestätigt. Der Präfekt Jacques Witkowski hatte am Abend des 17. Oktober noch von etwa 7.000 bis 8.000 Randalierern und Plünderern gesprochen. Ob die Zahlen unterschiedliche Zeiträume, Personengruppen oder Schätzverfahren betreffen, ist bislang nicht geklärt.
Innenminister Laurent Nuñez erklärte, an den Gewalttaten seien mehrere Tausend Menschen aus dem linksradikalen Spektrum beteiligt gewesen. Er kündigte für Montag, den 19. Oktober 2026, einen Besuch in Marseille an. Seine politische Bewertung nimmt den laufenden Ermittlungen nicht vorweg, wer für einzelne Plünderungen, Angriffe und Sachbeschädigungen verantwortlich ist.
Die Sicherheitskräfte waren nach Medienberichten an mehreren Orten zugleich gefordert. Gruppen hätten sich rasch bewegt und verteilt, was den Einsatz von Polizei und Gendarmerie erschwert habe. Geschäfte wurden beschädigt, Brände gelegt, Menschen drangen in das Rathaus ein. Eine belastbare Gesamtsumme der Schäden lag bis Sonntagabend nicht vor.
Für Bewohner und Gewerbetreibende in den betroffenen Straßen sind die Folgen unmittelbar sichtbar: zerstörte Schaufenster, beschädigte Fassaden und vorübergehend unzugängliche Gebäude. Die Ausschreitungen prägten jedoch nicht den gesamten Demonstrationszug. An den landesweiten Kundgebungen vom 17. Oktober beteiligten sich zahlreiche Menschen friedlich; in mehreren Städten kam es zugleich zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften und zu Angriffen.
Die Polizei nahm nach ersten Angaben mehrere Menschen fest. Wie viele es genau waren und welche Vorwürfe gegen sie erhoben werden, war zunächst nur teilweise bekannt. Auch Angaben zu möglichen Haftentscheidungen lagen noch nicht vollständig vor. Polizei und Staatsanwaltschaft müssen deshalb für jeden Verdächtigen gesondert klären, ob eine Beteiligung an Plünderungen, Gewalttaten oder Sachbeschädigungen nachweisbar ist.
Der angekündigte Ministerbesuch erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Kritik an der Einsatzplanung. Nuñez wies den Vorwurf zurück, die Sicherheitsvorkehrungen seien unzureichend gewesen. Die Ermittler sichern nun Videoaufnahmen, werten weiteres Bildmaterial aus und versuchen, Tatverdächtige zu identifizieren. Verlässliche Endzahlen zu Schäden, Festnahmen und eingeleiteten Verfahren lagen am Sonntagabend noch nicht vor.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Le Parisien
- Ministerium des Innern Frankreichs
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).