Paris – 07.09.2026: Wo am Abend noch ein unbeschädigtes Auto stand, bleiben am Morgen bisweilen freiliegende Kabel, leere Halterungen oder ein aufgebocktes Fahrzeug zurück. In Frankreich werden Autos zunehmend direkt am Straßenrand zerlegt. Begehrt sind unter anderem Scheinwerfer, Stoßfänger, Räder und Teile der Abgasanlage. Nach Angaben des französischen Innenministeriums wurden 2025 insgesamt 95.311 Diebstähle von Fahrzeugzubehör oder Kraftstoff angezeigt.
Das Delikt verläuft häufig unauffälliger als ein klassischer Autoeinbruch, kann für die Halter aber deutlich teurer werden. Fehlen sicherheitsrelevante oder elektronische Komponenten, darf das Fahrzeug oft nicht mehr bewegt werden. Moderne Scheinwerfer enthalten Steuergeräte und Sensoren; Katalysatoren sind wegen der darin verarbeiteten Metalle gefragt. Felgen, Reifen und Karosserieteile lassen sich ebenfalls vergleichsweise schnell demontieren und weiterverkaufen.
Die Statistik des Innenministeriums beruht auf Anzeigen bei Polizei und Gendarmerie. Sie zählt registrierte Fälle, nicht zwingend jedes einzelne gestohlene Bauteil. Gegenüber dem Höchststand der vergangenen Jahre ging die Zahl 2025 zwar zurück. Mehr als 95.000 angezeigte Taten bedeuten rechnerisch jedoch weiterhin einen Fall etwa alle fünf bis sechs Minuten.
Die Vorgehensweisen reichen nach Erkenntnissen der Ermittler vom Gelegenheitsdiebstahl bis zum organisierten Ausbau auf Bestellung. Manche Täter nutzen schlecht einsehbare Parkplätze oder ruhige Wohnstraßen. Andere wählen bestimmte Fahrzeugmodelle gezielt aus, bringen passendes Werkzeug mit und arbeiten in Gruppen. Die Teile können anschließend über illegale Vertriebswege verkauft oder mit falschen Herkunftsangaben in den Gebrauchtteilehandel eingeschleust werden.
Für Geschädigte beginnt nach der Anzeige häufig eine aufwendige Abwicklung. Eine Werkstatt muss feststellen, ob beim Ausbau Kabel, Halterungen, Sensoren oder Sicherheitssysteme beschädigt wurden. Versicherer unterscheiden je nach Vertrag zwischen fest eingebauten Komponenten, zusätzlichem Zubehör und Verschleißteilen. Bei Scheinwerfern oder Abgassystemen erhöhen neben dem Material auch Einbau, Diagnose und notwendige Kalibrierungen die Kosten.
Wie groß das Risiko ist, hängt stark vom Standort ab. Dicht bebaute Gebiete mit vielen abgestellten Fahrzeugen bieten grundsätzlich mehr Tatgelegenheiten. Die Polizei empfiehlt Betroffenen, den Fundort zunächst unverändert zu lassen, Schäden zu fotografieren und rasch Anzeige zu erstatten. Anschließend sollte eine Werkstatt prüfen, ob das Auto noch verkehrssicher ist.
Der Handel mit den ausgebauten Komponenten folgt einer einfachen wirtschaftlichen Logik: Viele Teile sind kompakt, schnell zu transportieren und auf dem Ersatzteilmarkt wertvoll. Obwohl die Behörden 2025 weniger entsprechende Diebstähle registrierten als in den Jahren zuvor, blieb ihre Zahl mit 95.311 Anzeigen auf hohem Niveau.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Innenministerium – Statistischer Dienst für innere Sicherheit
- France Assureurs und Argos
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).