Chambéry – 09.09.2026: Nach einer Polizeikontrolle in Chambéry ist ein Autofahrer an einer Schussverletzung am Kopf gestorben. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion angeordnet, um die genaue Todesursache und den Verlauf des Vorfalls zu klären. Mit den Ermittlungen ist die Generalinspektion der Nationalpolizei, die französische Polizeiaufsicht, beauftragt.
Ausgangspunkt war am Montagabend gegen 19.45 Uhr eine Kontrolle in der Nachbargemeinde Cognin. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bemerkte eine Streife einen Wagen, dessen Fahrweise andere Verkehrsteilnehmer gefährdet habe. Der Fahrer kam der Aufforderung anzuhalten zunächst nicht nach. Die Beamten folgten dem Fahrzeug bis zur Rue des Tilleuls im Chambéryer Viertel Biollay.
Dort fanden sie den Mann mit einer schweren Schussverletzung in seinem Wagen. Rettungskräfte brachten ihn in das Krankenhaus von Chambéry. Am Dienstagnachmittag, dem 8. September, wurde sein Tod festgestellt. Die Behörden veröffentlichten weder seinen Namen noch sein Alter oder weitere Angaben zu seiner Person.
Nach den ersten kriminaltechnischen Untersuchungen gibt es laut Staatsanwalt Xavier Sicot keinen Anhaltspunkt dafür, dass die beteiligten Polizisten ihre Dienstwaffen abgefeuert haben. An den Waffen habe keine Munition gefehlt. Auch seien weder am Wagen des Verstorbenen noch am Polizeifahrzeug Schäden festgestellt worden, die auf einen Zusammenstoß schließen ließen.
Die Spurensicherung fand am Auto zudem keine Hinweise darauf, dass von außen auf den Mann geschossen wurde. Nach bisherigem Ermittlungsstand lasse sich die Verletzung keinem Dritten zuschreiben, insbesondere nicht den am Einsatz beteiligten Beamten. Die Justiz prüft deshalb, ob der Fahrer sich selbst erschossen oder sich der Schuss versehentlich gelöst haben könnte. Eine abschließende Bewertung liegt noch nicht vor.
Noch bevor diese Erkenntnisse bekannt wurden, verbreitete sich die Nachricht von der schweren Verletzung. In der Nacht zum Dienstag kam es daraufhin in mehreren Vierteln Chambérys zu Ausschreitungen. Besonders betroffen waren Biollay und Chambéry-le-Haut. Im Verlauf der Unruhen brannte das Sozial- und Kulturzentrum in Biollay vollständig aus. Beschädigt wurden außerdem Räume des kommunalen Wohnungsunternehmens Cristal Habitat, ein Supermarkt, Bushaltestellen und weitere Einrichtungen.
Die Stadt ließ das Gelände um das ausgebrannte Zentrum absperren und setzte am Morgen Reinigungsteams ein. Bürgermeister Thierry Repentin rief dazu auf, den Ermittlungen der Justiz nicht vorzugreifen. Die angeordnete Obduktion soll nun klären, aus welcher Distanz der Schuss abgegeben wurde und welche Verletzungen unmittelbar zum Tod des Mannes führten.
Quellen
- Franceinfo
- Stadt Chambéry
- Le Dauphiné Libéré
- RTL
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).