Gesundheit

Autopsie nach Tod von Daniel Siad: Keine unmittelbare Todesursache festgestellt

Die Obduktion des 69-jährigen Daniel Siad hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft Nanterre bislang keine unmittelbare Todesursache ergeben. Hinweise auf frische Gewaltspuren fanden die Gerichtsmediziner nicht. Die Ermittlungen laufen weiter.

Colombes – 24.07.2026: Die Obduktion von Daniel Siad, der am Montagabend tot in seinem Haus in Colombes gefunden worden war, hat zunächst keine unmittelbare Todesursache ergeben. Das teilte die Staatsanwaltschaft Nanterre am Freitag mit. Bei der Untersuchung seien keine frischen Gewaltspuren festgestellt worden, die mit dem Tod in Zusammenhang stehen könnten.

Die Rechtsmediziner stellten nach Angaben der Staatsanwaltschaft zugleich einen deutlich beeinträchtigten Gesundheitszustand sowie Spuren eines früheren Herzinfarkts fest. Eine abschließende Erklärung für den Tod des 69-Jährigen ist damit nicht gefunden. Weitere medizinische Untersuchungen und die Auswertung der Ermittlungsergebnisse sollen die offenen Fragen klären.

Die Staatsanwaltschaft Nanterre hatte nach dem Fund des Leichnams ein Verfahren zur Klärung der Todesursache eingeleitet. Zuständig ist die Kriminalpolizei im Département Hauts-de-Seine. Ein solches Verfahren dient zunächst dazu, alle denkbaren Umstände eines Todesfalls zu prüfen; aus den bisherigen Angaben folgt kein Hinweis auf eine Gewalttat.

Siad war als Modelscout tätig. Sein Name war zuletzt im Zusammenhang mit dem Netzwerk des 2019 gestorbenen US-Unternehmers Jeffrey Epstein bekannt geworden. Medien bezeichneten ihn als mutmaßlichen Vermittler junger Frauen. Gegen ihn standen in Frankreich Vorwürfe im Raum, darunter der Verdacht von Vergewaltigung und Menschenhandel. Diese Vorwürfe waren nicht rechtskräftig festgestellt; Siad hatte sie bestritten.

Unabhängig von seinem Tod setzt die Pariser Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen zu einem möglichen Netzwerk fort. Dabei geht es um den Verdacht des organisierten Menschenhandels und um mögliche weitere Beteiligte. Nach Angaben der Pariser Justiz haben sich Frauen gemeldet oder sind identifiziert worden, die von möglichen Taten berichteten oder Hinweise zu dem Komplex gaben.

Der Tod eines Beschuldigten beendet solche Strukturermittlungen nicht automatisch. Für mögliche Betroffene bleibt entscheidend, ob Aussagen, Dokumente und Kommunikationsdaten gesichert und geprüft werden. Die Ermittler müssen dabei zwei Fragen streng voneinander trennen: die noch ungeklärte Todesursache von Daniel Siad und die weiterlaufenden Untersuchungen zu den gegen andere oder unbekannte Personen gerichteten Vorwürfen.

Für die Angehörigen bedeutet der Zwischenstand vor allem Ungewissheit. Die medizinischen Befunde schließen zum jetzigen Zeitpunkt keine Ursache aus, nennen aber auch keine. Die Staatsanwaltschaft Nanterre betont mit ihrer Mitteilung deshalb einen engen Rahmen: Keine frischen Verletzungen, kein bislang festgestellter unmittelbarer Grund für den Tod – und ein Verfahren, das noch nicht abgeschlossen ist.

Quellen

  • Franceinfo
  • Staatsanwaltschaft Nanterre via TF1 Info
  • Euronews

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).