Paris – 12.10.2026: Die Banque de France rechnet für das dritte Quartal 2026 weiterhin mit einem Wachstum des französischen Bruttoinlandsprodukts um 0,1 Prozent. Ihre am Montag veröffentlichte Monatsumfrage stützt sich auf Angaben von rund 8.500 Unternehmensleitungen sowie weitere Konjunkturdaten. Die Zahl ist eine Schätzung für das bereits abgeschlossene Quartal; die offizielle Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung steht noch aus.
Im September nahm die Aktivität in der Industrie weiter zu, allerdings schwächer als von den Unternehmen erwartet. Besonders robust blieb die Luftfahrtindustrie. Auch die Nahrungsmittelbranche, die Metallverarbeitung und die Automobilindustrie legten zu. Schwach entwickelte sich dagegen die Produktion in der Holz-, Papier- und Druckbranche sowie bei Gummi-, Kunststoff- und Glasprodukten. Lieferengpässe bremsten einzelne, ansonsten gut ausgelastete Industriezweige.
Günstiger als die Industrie entwickelten sich die marktorientierten Dienstleistungen. Unternehmensnahe Dienste, Softwareverlage, Rechts- und Steuerberatungen sowie Ingenieurbüros meldeten Zuwächse. Die Hotellerie profitierte laut Umfrage von einer guten touristischen Nachfrage und der Rückkehr der Geschäftsreisenden nach dem Sommer. Rückgänge verzeichneten dagegen Transportunternehmen und Restaurants. Dort belasteten hohe Kraftstoffpreise beziehungsweise eine schwache Konsumnachfrage das Geschäft.
Im Baugewerbe blieb die Aktivität im September nahezu unverändert. Das Bauhauptgewerbe erholte sich teilweise, weil während der sommerlichen Hitze verschobene Arbeiten nachgeholt wurden. Eine grundlegende Belebung der Nachfrage erkennt die Zentralbank darin jedoch nicht. Vor allem im Einfamilienhausbau sind die Auftragsbücher weiterhin dünn. Im Ausbaugewerbe ging die Aktivität zurück, nachdem Arbeiten an Kühlung und Hitzeschutz im Sommer für zusätzliche Nachfrage gesorgt hatten.
Zugleich verschlechterte sich die Finanzlage vieler Unternehmen. In der Industrie drücken höhere Kosten für Vorleistungen auf die Margen, weil die Betriebe diese Belastung nur teilweise über ihre Verkaufspreise weitergeben können. Bei den Dienstleistungen trübte sich die Liquiditätslage noch stärker ein. Besonders angespannt war sie nach Angaben der Zentralbank in der Gastronomie, der Unternehmensberatung, der Rechts- und Steuerberatung sowie bei Ingenieurdienstleistern. Als eine Ursache nannten Unternehmen längere Zahlungsfristen.
Das geringe geschätzte Wachstum verweist damit auf eine Konjunktur ohne breiten Aufschwung. Während Teile der Industrie und viele Dienstleister ihre Aktivität steigerten, blieben Bauwirtschaft und konsumnahe Branchen unter Druck. Zugleich können knappe Liquidität und sinkende Margen Investitionen und Einstellungen erschweren, selbst wenn die Auftragslage einzelner Branchen stabil ist.
Für Oktober erwarten die befragten Unternehmen eine stärkere Industrieproduktion. Die Dienstleistungen dürften weiter wachsen, jedoch langsamer als im September; im Bau wird weitgehend Stillstand erwartet. Die Unsicherheit nahm im September deutlich zu. Die Betriebe verwiesen vor allem auf Kraftstoffpreise, die allgemeine Wirtschaftslage und die Kaufkraft. 18 Prozent meldeten Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung.
Quellen
- Franceinfo: Banque de France bestätigt Wachstumsprognose, 12. Oktober 2026
- Banque de France: Monatsumfrage zur Konjunktur, Anfang Oktober 2026
- Banque de France: Zwischenprojektionen, September 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).