Paris – 27.09.2026: Ein russischer Drohnenangriff auf französischem Gebiet gehört nach Einschätzung von Außenminister Jean-Noël Barrot zu den denkbaren Szenarien. Frankreich bereite sich seit Langem auf eine solche Gefahr vor, sagte der Minister am Sonntag. Zugleich warnte er, feindselige Handlungen Russlands hätten sich in den vergangenen Wochen und Monaten gehäuft. Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Angriff in Frankreich nannte Barrot nicht.
Die Äußerung fällt in eine verschärfte französische Sicherheitsdebatte. Präsident Emmanuel Macron hatte am 18. September die Vorsitzenden der politischen Parteien im Élysée-Palast über die internationale Lage und die Bedrohung durch russische hybride Operationen unterrichtet. Nach Darstellung des Präsidenten hat sich die gegen Europa und Frankreich gerichtete Gefahr zuletzt verstärkt.
Macron beauftragte die Regierung mit einem Schutzplan für kritische Infrastruktur und besonders sensible Einrichtungen der französischen Verteidigungsindustrie. Dieser soll Risiken durch Drohnen und Cyberangriffe berücksichtigen. Innenministerium und Präfekten der Verteidigungszonen wurden angewiesen, ihre Vorkehrungen zu verschärfen. Betroffen sind militärische Anlagen ebenso wie zivile Einrichtungen, deren Ausfall die Versorgung, das öffentliche Leben oder die nationale Verteidigung beeinträchtigen könnte.
Als hybride Bedrohungen gelten staatliche oder staatlich gesteuerte Maßnahmen unterhalb der Schwelle eines offenen militärischen Angriffs. Dazu zählen Sabotage, Cyberattacken, Desinformation, Spionage und versuchte Eingriffe in demokratische Prozesse. Die französische Führung bringt diese Entwicklung mit Russlands Krieg gegen die Ukraine und dem Bestreben Moskaus in Verbindung, die europäische Unterstützung für Kiew zu schwächen.
Frankreich baut deshalb seine Fähigkeiten zur Abwehr unbemannter Fluggeräte aus. Die Luft- und Raumfahrtstreitkräfte hielten vom 14. bis 17. September an vier Standorten die Übung XLAD 26 ab, darunter in Beynes im Département Yvelines. Militärische Einheiten erprobten dort Verfahren zur Erkennung, Verfolgung und Neutralisierung von Drohnen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wird die Drohnenabwehr seit 2018 schrittweise erweitert.
In die französische Risikobewertung fließen auch Vorfälle in anderen europäischen Staaten ein. Macron verwies Mitte September unter anderem auf eine über Litauen abgeschossene Drohne, mutmaßliche Gefährdungen des dänischen Luftraums und einen Vorfall am Flughafen Leipzig. Für Paris belegen solche Ereignisse keinen bevorstehenden Angriff auf Frankreich. Sie erhöhen jedoch den Druck, Flugobjekte frühzeitig zu erkennen und die Zuständigkeiten von Militär, Polizei und zivilen Behörden eindeutig zu regeln.
Barrots Äußerung beschreibt damit vor allem die Vorsorgelogik der Regierung: Ein Drohnenangriff gilt nicht als akute Gewissheit, aber als reales Sicherheitsrisiko. Frankreich setzt bei der Vorbereitung auf Luftverteidigung, die Zusammenarbeit zwischen Ministerien und Präfekturen sowie einen verstärkten Schutz ziviler und militärischer Schlüsselanlagen.
Quellen
- Franceinfo
- Präsidentschaft der Republik Frankreich
- Ministerium der Streitkräfte und Veteranen Frankreichs
- Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten Frankreichs
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).