Jahodyn – 14.09.2026: Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot hat den russischen Drohnenangriff auf einen Personenzug nahe der ukrainisch-polnischen Grenze als Versuch gewertet, Europa einzuschüchtern und die Unterstützer der Ukraine auseinanderzubringen. Der Angriff ereignete sich am Sonntag, dem 13. September, bei Jahodyn in der westukrainischen Oblast Wolyn. Barrot äußerte sich am Montag am Rande eines europäischen Arktisgipfels in Finnland.
Nach Angaben der ukrainischen Staatsbahn Ukrzaliznyzja traf eine russische Drohne die Lokomotive eines Zuges auf der Verbindung zwischen Kiew und Warschau. Der Zug befand sich nahe dem Grenzübergang Jahodyn-Dorohusk, nur wenige Kilometer von Polen entfernt. Die 206 Fahrgäste blieben demnach unverletzt. In der Umgebung wurde außerdem eine Tankstelle getroffen; zwei Lastwagen gerieten in Brand.
Besondere politische Brisanz erhielt der Vorfall, weil kurz zuvor ein Sonderzug mit europäischen und amerikanischen Gästen den Bahnhof verlassen hatte. Zu den Reisenden gehörten nach Medienberichten der frühere britische Premierminister Boris Johnson, der frühere schwedische Regierungschef Carl Bildt und weitere europäische Vertreter. Ukrzaliznyzja hielt es für möglich, dass dieser Zug das eigentliche Angriffsziel gewesen sei. Er hatte den Bahnhof früher als vorgesehen verlassen.
Unabhängig bestätigt ist diese Vermutung bislang nicht. Russland äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu dem konkreten Angriff. Die ukrainische Seite wertet ihn als Teil verstärkter Attacken auf die Eisenbahninfrastruktur. Das Schienennetz ist für zivile Reisen, humanitäre Transporte, die Versorgung des Landes und die Verbindungen zu europäischen Partnern von großer Bedeutung.
Barrot stellte den Angriff in einen größeren Zusammenhang russischen Drucks auf Europa. Der französische Außenminister hatte bereits Anfang September erklärt, Moskau setze neben seinem Krieg gegen die Ukraine auf Desinformation, Cyberangriffe und Sabotage. Damit solle die europäische Unterstützung für Kiew geschwächt werden. Paris versteht den Angriff auf den Zug daher auch als Drohung gegen die Europäische Union und die Nato.
Die Attacke erfolgte während einer Serie intensiver russischer Luftangriffe. Am Samstag, dem 12. September, wurden nach Angaben örtlicher Behörden in mehreren ukrainischen Regionen acht Zivilisten getötet und Dutzende weitere Menschen verletzt. Bei einem Raketenangriff auf Eisenbahnanlagen in Kiew waren am 1. September nach ukrainischen Angaben sieben Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs Beschäftigte der Staatsbahn.
Die Bahnverbindung zwischen Kiew und Warschau gehört zu den wichtigsten internationalen Routen der Ukraine. Polen ist ein bedeutendes Transitland für Hilfslieferungen und einer der engsten politischen Unterstützer Kiews. Bei Jahodyn wurde laut Ukrzaliznyzja die Lokomotive beschädigt; alle Fahrgäste blieben unverletzt.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Reuters
- Ukrzaliznyzja
- France Diplomatie
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).