Wirtschaft

Bauernverband fordert Dürrehilfen und grundlegenden Umbau

Nach neuen Hilfszusagen der Regierung verlangt Stéphane Galais von der Confédération paysanne neben akuten Entlastungen einen langfristigen Kurswechsel in der französischen Landwirtschaft.

Paris – 16.08.2026: Die anhaltende Dürre setzt Frankreichs Landwirtschaft unter erheblichen Druck. Stéphane Galais, Sprecher der Bauerngewerkschaft Confédération paysanne, begrüßte am Sonntag kurzfristige Hilfen für betroffene Betriebe, verlangte zugleich aber grundlegende Reformen. Zahlungen zur Abfederung einzelner Ernteausfälle reichten nicht aus, wenn Produktionsweisen und Wasserpolitik unverändert blieben.

Anlass seiner Stellungnahme sind neue Zusagen von Premierminister Sébastien Lecornu für den Haushaltsentwurf 2027. Dieser hatte am Samstag weitere Unterstützung für Landwirte angekündigt. Konkrete Summen, Vergabekriterien und ein Zeitplan waren am Sonntag noch nicht bekannt. Offen ist daher, welche Betriebe von den angekündigten Mitteln profitieren und ob die Hilfen unmittelbar an dürrebedingte Verluste geknüpft werden.

Galais kritisierte, die politische Vorstellung von der Zukunft der französischen Landwirtschaft bleibe unangetastet. Die Confédération paysanne vertritt vor allem kleinere und mittlere Höfe und wirbt für regionale Produktion, auskömmliche Einkommen und eine stärkere Anpassung an Klimarisiken. Sie verbindet Sofortmaßnahmen für Liquidität und Futterversorgung mit Investitionen, die Wasserverbrauch und Verwundbarkeit der Betriebe dauerhaft senken sollen.

Die Regierung hatte bereits Ende Juni und Anfang Juli 2026 mehrere Maßnahmen wegen der Hitze- und Dürreperiode vorgestellt. Dazu gehörten Erleichterungen bei der Nutzung von Brachflächen, mögliche Zuschüsse zum Futtertransport sowie eine beschleunigte Bearbeitung von Versicherungsfällen. Das Landwirtschaftsministerium kündigte außerdem an, für Tierhalter Hilfen für Diagnosen und technische Ausrüstungen wie Lüftungs- oder Kühlsysteme zu prüfen.

Die Debatte berührt auch das seit 2023 geltende dreistufige System der Ernteversicherung. Kleinere, regelmäßig auftretende Risiken tragen die Betriebe selbst. Größere versicherbare Schäden werden über Policen und staatliche Zuschüsse abgesichert; bei außergewöhnlichen Katastrophen kann die nationale Solidaritätsentschädigung greifen. Wie wirksam dieses Modell ist, hängt allerdings von der Verbreitung des Versicherungsschutzes und einer zügigen Feststellung der Schäden ab.

Hinzu kommen steigende Betriebsmittelkosten. Für Stickstoffdünger stellte der Staat im Juli ein Programm vor, das aus europäischen und nationalen Mitteln ein Volumen von bis zu 145 Millionen Euro erreichen kann. Damit konkurrieren kurzfristige Nothilfen, Versicherungsleistungen und längerfristige Investitionen um begrenzte öffentliche Gelder.

Der Streit betrifft deshalb sowohl die Verteilung der Mittel als auch die Richtung der Agrarpolitik. Akute Hilfen können Zahlungsausfälle verhindern und Tierbestände sichern. Galais fordert darüber hinaus wasserangepasste Kulturen, eine bessere Risikovorsorge und widerstandsfähigere Betriebsformen. Ob die Regierung solche Investitionen fördert, hängt nun von der konkreten Ausgestaltung des Haushaltsentwurfs 2027 ab.

Quellen

  • franceinfo
  • Französisches Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Lebensmittelsouveränität

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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