Paris – 22.09.2026: Nach einem Sommer mit Hitzewellen und Dürre drängt die Coordination rurale auf rasche Hilfen für Frankreichs Landwirtschaft. Vertreter des zweitgrößten Bauernverbandes des Landes werden an diesem Dienstag von Premierminister Sébastien Lecornu in Matignon empfangen. Das Gespräch soll einen Wiederaufbauplan vorbereiten, der im nächsten Staatshaushalt verankert werden soll. Der Verband warnt vor zahlreichen Betriebsaufgaben und einer Verschärfung der sozialen Not bis hin zu Suiziden.
Besonders dringend ist nach Darstellung der Organisation die Lage von Höfen mit akuten Liquiditätsproblemen. In der Rinderhaltung hat die Trockenheit Weideflächen geschädigt und den Aufbau ausreichender Futtervorräte verhindert. Viele Tierhalter müssen deshalb zusätzliches Futter kaufen. Die Ausgaben treffen auf hohe Produktionskosten und die Ungewissheit, ob sich die Mehrbelastung durch die Verkaufspreise für Tiere ausgleichen lässt.
Die Coordination rurale befürchtet zudem, dass Betriebe ihre Tierbestände aus Geld- oder Futtermangel verkleinern müssen. Zusätzliche Verkäufe könnten kurzfristig das Angebot erhöhen und die Erzeugerpreise weiter belasten. Für die Höfe wären die Folgen langfristig: Während die laufenden Kosten hoch blieben, nähme mit jedem abgegebenen Tier auch die künftige Produktionskapazität ab.
Die Regierung hatte Anfang September einen Plan zur Bewältigung der Folgen von Hitze, Dürre und Waldbränden vorgestellt. Vorgesehen sind schnellere Entschädigungen, Hilfen zur Wiederaufnahme der Produktion und Erleichterungen bei einzelnen Verwaltungsvorgaben. Für nicht versicherte Betriebe wurden erste Ernteverluste in Teilen von 18 Départements anerkannt. Damit können die zuständigen Stellen Entschädigungsverfahren eröffnen. Erste Auszahlungen sind nach Regierungsangaben für Oktober 2026 vorgesehen.
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums waren im August 98 Départements von der Dürre betroffen, 57 davon durch besonders weitreichende Einschränkungen der Wassernutzung. Die Schäden reichen über einzelne Kulturen hinaus. Vertrocknete Wiesen, geringere Ernten und fehlendes Futter belasten Ackerbau, Obst- und Gemüseproduktion sowie die Tierhaltung. In den Präfekturen wurden örtliche Krisenstäbe eingerichtet.
Der Empfang in Matignon erhält zusätzliches Gewicht, weil weitere Hilfen über den Staatshaushalt finanziert werden sollen. Die Bauernverbände wollen verhindern, dass dringend benötigte Unterstützung durch langwierige parlamentarische Beratungen verzögert wird. Die Coordination rurale verlangt neben direkter Finanzhilfe kostendeckende Erzeugerpreise und Vorkehrungen gegen einen dauerhaften Abbau von Tierbeständen und Produktion.
Aus Sicht des Verbandes reichen die bisherigen Verfahren nicht aus, um die wirtschaftliche und soziale Krise auf vielen Höfen aufzufangen. Während die Behörden weitere Schadensmeldungen aus den Départements prüfen, soll das zuständige nationale Gremium für landwirtschaftliche Risiken am 1. Oktober 2026 erneut beraten.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Landwirtschaftsministerium
- Coordination rurale
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).