Wirtschaft

Bauernverband legt Dutzende Radaranlagen lahm

Die Coordination Rurale hat in mehreren französischen Départements Radaranlagen verhüllt oder beschädigt. Mit den Aktionen protestiert der Bauernverband gegen die hohen Kosten für Agrardiesel.

Puy-en-Velay – 27.09.2026: Der französische Bauernverband Coordination Rurale hat seine Proteste gegen hohe Kraftstoffkosten ausgeweitet. In der Nacht vom 23. auf den 24. September verhüllten, beschmierten oder beschädigten Aktivisten in mehreren Départements stationäre Radaranlagen. Der Verband bekannte sich zu mehreren Aktionen und kündigte in der Haute-Loire weitere Proteste an.

Betroffen waren nach Medienberichten unter anderem Morbihan, Vienne, Lozère, Aveyron, Haute-Loire und Haute-Garonne. Insgesamt sollen 60 bis 70 Anlagen außer Betrieb gesetzt worden sein. Einige Radargeräte wurden mit dunklen Planen abgedeckt, andere mit Farbe besprüht oder darüber hinaus beschädigt. Damit konnten sie zumindest zeitweise keine Geschwindigkeitsverstöße erfassen.

In Puy-en-Velay und Umgebung verhüllten Aktivisten etwa zehn Anlagen. Lokale Medien berichteten zudem über Farbschmierereien an Straßenmobiliar und im Umfeld der Präfektur. Mickaël Agrain, Co-Vorsitzender der Coordination Rurale in der Haute-Loire, erklärte nach der nächtlichen Aktion, der Verband wolle den Protest weithin sichtbar machen. Falls politische Antworten ausblieben, könnten die Aktionen verstärkt werden.

Hinter dem Konflikt stehen die gestiegenen Energiekosten landwirtschaftlicher Betriebe. Der steuerlich begünstigte Dieselkraftstoff, den Landwirte für Traktoren und andere Maschinen nutzen, ist für viele Höfe ein erheblicher Ausgabenposten. Die französische Regierung hatte Anfang September Hilfen für besonders belastete Branchen für September und Oktober verlängert. Für landwirtschaftliche Betriebe ist weiterhin eine Unterstützung von 15 Cent je Liter vorgesehen. Der Coordination Rurale reicht diese Entlastung nicht aus.

Bereits am 21. September hatten Landwirte in Rodez zwei zuvor an Straßen im Département Aveyron entfernte Radargeräte vor der Präfektur und dem Zentrum für öffentliche Finanzen abgeladen. Nach Angaben örtlicher Medien beteiligten sich rund 200 Menschen an der Kundgebung gegen die hohen Kraftstoffpreise. Die jüngsten Aktionen knüpfen an diesen Protest an, richten sich jedoch unmittelbar gegen staatliches Eigentum.

Das Verhüllen, Bemalen oder Beschädigen von Radaranlagen kann strafrechtliche Folgen haben. Nach Angaben der französischen Verkehrssicherheitsbehörde gelten solche Eingriffe als Sachbeschädigung. Schon für das Abdecken oder Bekleben eines Geräts können Geldstrafen und gemeinnützige Arbeit verhängt werden; bei erheblichen Schäden fallen die möglichen Sanktionen schwerer aus. Reparatur und Wartung der Anlagen werden laut Behörde aus Einnahmen finanziert, die der Staat mit Verkehrsbußgeldern erzielt.

Die Coordination Rurale verlangt eine stärkere Senkung der Kosten für Agrardiesel. Die bislang beschlossene staatliche Unterstützung für landwirtschaftliche Betriebe läuft zunächst bis Ende Oktober 2026.

Quellen

  • Franceinfo: Aktionen gegen Radaranlagen
  • TF1 Info: Proteste der Coordination Rurale
  • Le Progrès: Nachtaktion in Puy-en-Velay
  • Französische Regierung: Kraftstoffhilfen
  • Französische Verkehrssicherheit: Sanktionen bei Schäden an Radaranlagen
  • Centre Presse Aveyron: Kundgebung in Rodez

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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