Umwelt

Beauval stellt Aufnahmeprojekt für Marineland-Delfine infrage

ZooParc-Direktor Rodolphe Delord fordert staatliche Unterstützung für das geplante Forschungs- und Auffangzentrum in Saint-Aignan. Ohne eine verbindliche Zusage könnte das auf 45 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben noch im Sommer 2026 aufgegeben werden.

Saint-Aignan – 01.08.2026: Rodolphe Delord, Direktor des ZooParc de Beauval, stellt das geplante Aufnahmezentrum für Delfine aus Marineland infrage. Nach Angaben von Franceinfo will er vor dem Ende des Sommers 2026 entscheiden, ob Beauval das Vorhaben weiterverfolgt. Delord begründet seine Zweifel mit fehlender finanzieller und politischer Rückendeckung durch den Staat. Für Bau und Ausstattung veranschlagt der ZooParc inzwischen 45 Millionen Euro.

Das Projekt in Saint-Aignan im Département Loir-et-Cher soll als wissenschaftlich ausgerichtetes Zentrum der Forschung, Pflege und dem Schutz von Delfinen dienen. Es war als dauerhafte Lösung für Tiere vorgesehen, die nach der Schließung von Marineland in Antibes nicht ausgewildert werden können. Auch Delfine aus dem Tierpark Planète Sauvage sollten dort untergebracht werden. Shows und direkte Kontakte zwischen Besuchern und Tieren sind nicht vorgesehen.

Die Präfektur von Loir-et-Cher genehmigte die Einrichtung Anfang Juni 2026. Damit verfügt das Bauvorhaben über eine wesentliche regionale Genehmigung. Für den späteren Betrieb ist jedoch ein wissenschaftliches Programm erforderlich, das den gesetzlichen Anforderungen an die Haltung von Walen und Delfinen entspricht. Über diesen Rahmen entscheidet der Staat; für Beauval bildet er eine wesentliche Voraussetzung der weiteren Planung.

Das Umweltministerium hatte am 15. Mai 2026 mitgeteilt, Beauval solle acht Delfine aus Marineland sowie Tiere aus Planète Sauvage innerhalb von etwas mehr als einem Jahr aufnehmen. Vier weitere Delfine sollten nach dem damaligen Regierungsplan in das Oceanogràfic im spanischen Valencia gebracht werden. Die Ankündigung präsentierte Beauval als dauerhafte französische Lösung, nachdem andere Einrichtungen in Europa kurzfristig keine Plätze anbieten konnten.

Die politische Zustimmung zum Projekt beantwortet allerdings noch nicht die Frage, wer die Kosten trägt. Der ZooParc hatte seine Pläne nach einer Anfrage staatlicher Stellen entwickelt. Delord verlangt nun laut Franceinfo eine konkrete Beteiligung des Staates. Die Investition gehe weit über die ursprünglichen Planungen hinaus; der Park wolle die finanzielle Verantwortung nicht allein übernehmen.

Zusätzlichen Zeitdruck erzeugt das Gesetz gegen Tiermisshandlung vom 30. November 2021. Es verbietet ab dem 1. Dezember 2026 Vorführungen mit Walen und Delfinen sowie direkte Kontakte des Publikums mit den Tieren. Ihre Haltung bleibt anschließend nur in zugelassenen Schutzstrukturen oder im Rahmen staatlich festgelegter wissenschaftlicher Programme möglich. Ein bestimmtes Auffangzentrum schreibt das Gesetz jedoch nicht vor.

Ein Rückzug Beauvals würde die Suche nach Unterkünften erneut öffnen. Die Regierung hatte Saint-Aignan als mittelfristige Perspektive bezeichnet, weil Meeresreservate in Italien, Griechenland und Kanada nach ihren Angaben keine kurzfristige Aufnahme zusagen konnten. Die Baugenehmigung liegt vor; eine verbindliche staatliche Finanzierungszusage gibt es Delord zufolge bislang nicht.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für ökologischen Wandel
  • Präfektur Loir-et-Cher
  • Legifrance

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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