Paris – 13.10.2026: Der Abgeordnete Benjamin Lucas hat den geplanten Abbau von 1.588 Lehrerstellen im französischen Haushaltsentwurf für 2027 scharf kritisiert. Der Vertreter der Fraktion Écologiste et social aus dem Département Yvelines sagte am Dienstag bei Franceinfo, die Pläne stünden in deutlichem Widerspruch zu den Forderungen der gegenwärtigen Proteste von Schülern und Studierenden. Lucas ist zugleich nationaler Koordinator der linken Partei Génération.s.
Der Entwurf der Regierung sieht für das Bildungswesen insgesamt höhere Ausgaben vor. Nach Angaben des Bildungsministeriums soll der Etat 2027 ohne Pensionslasten 64 Milliarden Euro erreichen. Bei unveränderter Rechnungslegung wären das 1,2 Milliarden Euro mehr als 2026. Den geplanten Stellenabbau begründet das Ministerium vor allem mit dem anhaltenden Rückgang der Schülerzahlen.
Für das Schuljahr 2027 rechnet die Regierung mit rund 180.000 Schülerinnen und Schülern weniger. Würde dieser Rückgang vollständig auf den Personalbestand übertragen, müssten nach Berechnungen des Ministeriums mehr als 9.600 Lehrerstellen entfallen. Tatsächlich sollen aus demografischen Gründen 3.644 Stellen abgebaut werden. Zugleich sind für neue Aufgaben und Programme 2.056 zusätzliche Stellen vorgesehen. Unter dem Strich bleibt damit ein Minus von 1.588 Vollzeitäquivalenten.
Lucas hält diese Prioritätensetzung für verfehlt. Sinkende Schülerzahlen böten die Möglichkeit, Klassen zu verkleinern, den Unterricht zu verbessern und Kinder gezielter zu fördern, statt Personal einzusparen. Seine Kritik knüpft an die Mobilisierung von Schüler- und Studierendenorganisationen an, die höhere öffentliche Investitionen in das Bildungswesen verlangen. Die Union étudiante bekräftigte am Dienstag bei einer Demonstration in Paris ihre Forderung nach zusätzlichen zehn Milliarden Euro.
Yannick Neuder, Abgeordneter der konservativen Republikaner aus dem Département Isère, widersprach dieser Forderung in derselben Franceinfo-Sendung. Bildungspolitische Probleme ließen sich nicht allein mit zusätzlichen Mitteln lösen, sagte er. Der Streit betrifft daher sowohl die Höhe des Etats als auch dessen Verwendung: Während die Regierung den demografischen Rückgang für Einsparungen beim regulären Lehrpersonal nutzt, verlangt die Opposition, den dadurch entstehenden Spielraum für bessere Betreuung einzusetzen.
Der Haushaltsentwurf finanziert nach Angaben des Ministeriums zugleich den Ausbau der schulischen Inklusion und die Reform der Lehrerausbildung. Damit setzt die Regierung auf zusätzliche Mittel für ausgewählte Vorhaben, während sie die Gesamtzahl regulärer Lehrerstellen verringert. Ob diese Verteilung Bestand hat, entscheidet sich im parlamentarischen Verfahren zum Finanzgesetz 2027. Dort können Abgeordnete die Ansätze verändern; beschlossen ist der Stellenabbau mit der Vorlage des Entwurfs noch nicht.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Bildungsministerium
- Banque des Territoires
- AFP Video
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).