Paris – 08.09.2026: Tanken wird in Frankreich erneut teurer. Ein Liter bleifreies Superbenzin 95 kostete zuletzt durchschnittlich rund 2,12 Euro. Damit setzt sich der Anstieg der vergangenen Tage fort. Für Autofahrer sind solche Marktbewegungen meist mit kurzer Verzögerung an den Zapfsäulen zu spüren, weil Händler ihre Preise an neue Einkaufs- und Transportkosten anpassen.
Auslöser ist die angespannte Lage an der Straße von Hormus zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Nach neuen Angriffen auf Öltanker am vergangenen Wochenende ist der Schiffsverkehr dort weiter zurückgegangen. Reedereien und Händler bewerten die Route als zunehmend riskant. Das verteuert Versicherungen und Transporte, während alternative Wege nur in begrenztem Umfang zur Verfügung stehen.
Die Internationale Energieagentur berichtete bereits im August, dass die seit Anfang Juli faktisch stark eingeschränkte Passage sowie Angriffe auf Tanker und Energieinfrastruktur die regionalen Ölexporte deutlich verringert hätten. Die Organisation warnte vor Störungen der internationalen Lieferketten und einer geringeren Verfügbarkeit von Erdölprodukten. Die jüngsten Angriffe haben die Sorge vor weiteren Ausfällen verstärkt.
Für die Preise in Frankreich zählt allerdings mehr als der Rohölkurs. Raffinerien, Großhändler und Tankstellen beziehen auch bereits verarbeitete Produkte wie Benzin und Diesel über den europäischen Markt. Höhere Ausgaben für Transport, Versicherung und Verarbeitung fließen in die Endpreise ein. Da Öl international überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst zudem der Wechselkurs des Euro die Importkosten.
Auch Steuern und Abgaben machen einen erheblichen Anteil des französischen Kraftstoffpreises aus. Sie reagieren jedoch nicht im selben Tempo auf die täglichen Ausschläge am Ölmarkt. Kurzfristige Veränderungen an der Zapfsäule gehen daher vor allem auf schwankende Beschaffungskosten und die Preisgestaltung entlang der Lieferkette zurück.
Die staatliche Plattform für Kraftstoffpreise weist erhebliche Unterschiede zwischen Regionen und einzelnen Verkaufsstellen aus. Dort veröffentlichen Tankstellen ihre gemeldeten Tarife. Je nach Lagerbestand, Einkaufszeitpunkt, Wettbewerb und Standort kann der Literpreis deutlich über oder unter dem landesweiten Durchschnitt liegen. An Autobahnen und stark frequentierten Standorten sind höhere Preise üblich.
Die Straße von Hormus ist für den globalen Ölmarkt von herausragender Bedeutung, obwohl ein großer Teil der dort verschifften Mengen nach Asien geht. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wurde 2025 nahezu ein Drittel des weltweit gehandelten Rohöls durch die Meerenge transportiert. Bestehende Pipelines können längere Unterbrechungen nicht vollständig ausgleichen. Solange Tanker die Passage nur eingeschränkt nutzen, bleiben Öl und raffinierte Kraftstoffe unter Preisdruck.
Quellen
- Franceinfo: Warum das Tanken immer teurer wird
- Internationale Energieagentur: Ölmarktbericht August 2026
- Französisches Ministerium für ökologischen Wandel: Preise für Erdölprodukte
- Staatliche Plattform für Kraftstoffpreise in Frankreich
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).