Wirtschaft

Bercy bestätigt Datenabfluss nach Angriff auf Steuerverwaltung

Ein Angreifer hat Ende Juni Daten aus einem System der französischen Steuerverwaltung kopiert. Bercy prüft noch, welche Privatpersonen und Unternehmen betroffen sind.

Paris – 13.08.2026: Das französische Finanzministerium hat einen unbefugten Zugriff auf ein Informationssystem der Generaldirektion für öffentliche Finanzen (DGFiP) bestätigt. Der Angriff ereignete sich Ende Juni; am 12. August bekannte sich ein mutmaßlicher Angreifer öffentlich dazu. Nach dem bisherigen Stand konnten Daten von Privatpersonen und Unternehmen eingesehen und aus dem System kopiert werden.

Die Steuerverwaltung hatte den Zugang nach eigenen Angaben bereits Ende Juni bei internen Kontrollen entdeckt und gesperrt. Nach dem öffentlichen Bekenntnis verschärfte sie die Zugangsbeschränkungen für das betroffene System. Technische Untersuchungen sollen nun klären, wie der Angreifer eindringen konnte, wie lange der Zugriff bestand und welche Informationen tatsächlich abgeflossen sind.

Noch ist offen, wie viele Steuerpflichtige benachrichtigt werden müssen. Die auf Cyberangriffe spezialisierte Plattform French Breaches spricht von 678.437 möglicherweise Betroffenen, darunter 392.867 Privatpersonen und 285.570 berufliche Nutzer. Die französischen Behörden haben diese Zahlen bislang nicht bestätigt. Auch eine vollständige Aufstellung der betroffenen Datenarten liegt noch nicht vor.

Nach Informationen von Le Monde enthält ein vom Angreifer veröffentlichter Auszug Identitätsdaten, Anschriften sowie Angaben zu Grundstücken und Immobilien. Zumindest teilweise könnte es sich um Daten von Menschen handeln, die sich wegen steuerlicher Fragen oder Beschwerden an die Verwaltung gewandt hatten. Ob darüber hinaus weitere Kategorien personenbezogener oder geschäftlicher Informationen kopiert wurden, wird noch geprüft.

Die DGFiP arbeitet bei der Aufklärung mit dem Sicherheitsdienst des Finanzministeriums und der nationalen Agentur für die Sicherheit von Informationssystemen ANSSI zusammen. Der Vorfall soll zudem der Datenschutzaufsicht CNIL gemeldet werden. Die Steuerverwaltung kündigte außerdem eine Strafanzeige an. Betroffene Privatpersonen und Unternehmen sollen direkt erfahren, welche ihrer Daten möglicherweise eingesehen oder entwendet wurden und welche Schutzmaßnahmen ratsam sind.

Bis dahin besteht vor allem ein erhöhtes Risiko gezielter Betrugsversuche. Angaben zu Identität, Anschrift oder Immobilien können dazu dienen, gefälschte Schreiben, E-Mails, SMS oder Anrufe glaubwürdig erscheinen zu lassen. Die Steuerverwaltung warnt deshalb davor, auf unerwartete Zahlungsaufforderungen zu reagieren oder Links in verdächtigen Nachrichten zu öffnen.

Die DGFiP fordert Zugangsdaten und Kreditkartennummern nicht per Nachricht an. Wer eine Kontaktaufnahme überprüfen möchte, sollte die persönliche Nachrichtenzentrale auf Impots.gouv.fr oder andere bekannte amtliche Kontaktwege nutzen. Erst die angekündigten Einzelmitteilungen werden den Betroffenen Auskunft darüber geben, ob ihre Daten von dem Angriff Ende Juni erfasst wurden.

Quellen

  • Le Monde
  • Generaldirektion für öffentliche Finanzen (DGFiP)

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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