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Bergerac: Ein Spaziergang durch die Perle der Dordogne

Bergerac – allein der Name weckt Bilder von malerischen Gassen, sanften Hügeln und dem Duft von gutem Wein in der Nase. Dieses charmante Städtchen im Südwesten Frankreichs, direkt an der Dordogne gelegen, ist ein perfektes Ziel für alle, die die authentische Schönheit des Périgord genießen möchten. Hier trifft Geschichte auf Genuss, Kunst auf Natur –…

Foto Peter Schulz

Bergerac – allein der Name weckt Bilder von malerischen Gassen, sanften Hügeln und dem Duft von gutem Wein in der Nase. Dieses charmante Städtchen im Südwesten Frankreichs, direkt an der Dordogne gelegen, ist ein perfektes Ziel für alle, die die authentische Schönheit des Périgord genießen möchten. Hier trifft Geschichte auf Genuss, Kunst auf Natur – und alles wird umrahmt von einem unvergleichlich entspannten Lebensgefühl.

Vom Zentrum zur ersten Etappe: Place Pélissière

Unsere Tour beginnt, wie es sich gehört, im Herzen der Altstadt: am Place Pélissière. Dieser zentrale Platz ist die Seele von Bergerac und zugleich der ideale Startpunkt, um das Flair der Stadt zu inhalieren. Umrahmt von historischen Fachwerkhäusern, blicken wir auf gemütliche Straßencafés, in denen Einheimische und Besucher den Tag bei einem Glas Wein oder einem Café au lait beginnen.

Am Platz steht die erste Figur, die dir auf deiner Entdeckungsreise durch Bergerac häufiger begegnen wird: Cyrano de Bergerac, der berühmte literarische Held mit der imposanten Nase. Wer jetzt denkt, dieser Cyrano habe hier gelebt, liegt allerdings falsch! Die Verbindung des fiktiven Charakters zu der Stadt basiert rein auf dem Namensgleichklang. Aber Bergerac wäre nicht Bergerac, wenn man das nicht mit einem Augenzwinkern aufgreifen würde. Du findest hier sogar zwei Statuen des schlagfertigen Cyrano – eine direkt auf dem Platz, die andere in der Nähe des Place de la Mirpe.

Ein kleiner Tipp: Setze dich auf eine der Terrassen, bestelle dir ein Glas lokalen Weißwein – vielleicht einen trockenen Bergerac Sec – und beobachte das lebendige Treiben um dich herum. Der Place Pélissière ist ein wunderbarer Ort, um den Puls der Stadt zu spüren.

Auf den Spuren der Geschichte: Die Kirche Saint-Jacques

Von hier aus führt dich dein Weg nur wenige Schritte weiter zur Église Saint-Jacques. Diese Kirche, die ursprünglich im 12. Jahrhundert errichtet wurde, ist eng mit der Geschichte des Jakobswegs verbunden, da Bergerac eine wichtige Station für Pilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela war. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrmals restauriert und erweitert, sodass sie heute eine faszinierende Mischung aus verschiedenen architektonischen Stilen zeigt.

Beim Betreten der Kirche umfängt dich eine stille, fast andächtige Atmosphäre. Die schlichten Steinwände, die bunten Glasfenster und das altehrwürdige Taufbecken – alles hier zeugt von der tiefen religiösen und historischen Bedeutung dieses Ortes. Ein kurzer Blick nach oben: Der Glockenturm, der im 19. Jahrhundert hinzugefügt wurde, bietet von außen einen beeindruckenden Anblick und ist ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt.

Ein Abstecher in die Natur: Die Ufer der Dordogne

Nach dem Besuch der Kirche zieht es uns weiter – und zwar ans Ufer der Dordogne. Ein kurzer Spaziergang entlang der Rue de l’Ancien Pont führt dich direkt zum Fluss, der wie eine silberne Schlange durch die Landschaft mäandert. An den Ufern findest du einen gepflegten Promenadenweg, der sich wunderbar für einen entspannten Spaziergang eignet. Die alten Gabare-Boote, die hier oft am Ufer liegen, erinnern an die Zeit, als die Dordogne noch eine wichtige Handelsroute war und Wein, Holz und andere Waren transportierte.

Eine kleine Anekdote am Rande: Diese traditionellen Flachboote waren früher die Lebensader der Region und fuhren den Fluss hinunter bis nach Bordeaux, um den begehrten Bergerac-Wein zu exportieren. Heute kannst du eine Tour auf einer nachgebauten Gabare machen und die Stadt aus einer neuen Perspektive erleben – und glaub mir, die Fahrt lohnt sich.

Durch enge Gassen zum Musée du Tabac

Unser nächstes Ziel führt uns wieder zurück ins historische Zentrum von Bergerac, wo wir durch die Rue des Fontaines schlendern – eine der ältesten Straßen der Stadt. Die Fachwerkhäuser mit ihren kunstvoll verzierten Balken erzählen von einer Zeit, als hier noch reiche Kaufleute und Handwerker lebten. Es ist unmöglich, sich nicht in diese Gassen zu verlieben.

Nach wenigen Minuten erreichst du das Musée du Tabac, das im alten Maison Peyrarède untergebracht ist. Dieses außergewöhnliche Museum widmet sich der Geschichte des Tabaks, der in der Region einst von großer wirtschaftlicher Bedeutung war. Von der Entdeckung des Tabaks durch die Ureinwohner Amerikas bis hin zur Rolle Bergeracs als Tabakproduktionszentrum im 17. und 18. Jahrhundert – hier bekommst du einen faszinierenden Einblick in eine etwas andere Seite der Stadtgeschichte.

Zugegeben, ein Museum über Tabak mag auf den ersten Blick ungewöhnlich klingen, doch die Sammlung ist überraschend abwechslungsreich und bietet neben historischen Fakten auch kuriose Exponate – von kunstvoll geschnitzten Pfeifen bis hin zu alten Werbeplakaten.

Kultur und Kunst: Maison des Vins und die Welt des Weins

Was wäre eine Stadtführung durch Bergerac ohne einen Abstecher zur Maison des Vins? Nur einen kurzen Fußweg vom Musée du Tabac entfernt, findest du dieses Weinmuseum in einem beeindruckenden ehemaligen Klostergebäude aus dem 12. Jahrhundert.

Bergerac ist – wie viele Städte in der Region – untrennbar mit dem Weinbau verbunden. Die Weinberge, die die Stadt umgeben, produzieren einige der besten Weine Frankreichs. Im Maison des Vins kannst du nicht nur mehr über die verschiedenen Anbaugebiete und Rebsorten der Region erfahren, sondern auch an einer Weinprobe teilnehmen. Die Weine aus Bergerac sind vielfältig: von kräftigen Rotweinen über süße Weißweine wie den berühmten Monbazillac bis hin zu spritzigen Rosés. Probiere, was dir gefällt – hier findet jeder seinen Favoriten.

Das Gebäude selbst ist ein Kunstwerk. Der Innenhof mit seinen Arkaden und der weitläufige Garten laden zum Verweilen ein. Wenn du Glück hast, findet gerade eine Kunstausstellung oder ein Konzert statt – denn die Maison des Vins ist nicht nur Weinliebhabern, sondern auch Kunst- und Kulturfreunden gewidmet.

Kulinarischer Abschluss: Lokale Leckereien am Marché Couvert

Nach so viel Kultur und Geschichte wird es Zeit, den Magen zu verwöhnen. Unser letzter Stopp führt uns zum Marché Couvert, der überdachten Markthalle von Bergerac. Hier schlägt das kulinarische Herz der Stadt. Schon beim Betreten der Halle wird dich der Duft von frischem Brot, Käse und Gewürzen empfangen. Die Markthalle ist der perfekte Ort, um die regionalen Köstlichkeiten zu entdecken: Trüffel, Foie Gras, Walnüsse und natürlich den berühmten Ziegenkäse der Region.

Die Atmosphäre ist lebendig und ein bisschen chaotisch – aber genau das macht den Charme des Marktes aus. Die Händler sind freundlich und stolz auf ihre Produkte. Lass dich beraten und koste dich durch die Stände. Eine kleine Käseplatte, dazu ein frisch gebackenes Baguette und ein Glas Bergerac-Wein – das perfekte Ende eines erlebnisreichen Tages.

Abschließende Tipps für deine Erkundungstour

Bergerac ist keine Stadt, die man in Eile erkundet. Lass dir Zeit, durch die Gassen zu schlendern, und genieße die kleinen Entdeckungen am Wegesrand – sei es eine versteckte Kunstgalerie, ein antiker Buchladen oder einfach nur der Duft von Lavendel, der aus einem kleinen Garten aufsteigt.

Vergiss nicht, auch das Château de Monbazillac in der Nähe zu besuchen, wenn du etwas mehr Zeit hast. Nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt gelegen, bietet dieses prächtige Schloss einen atemberaubenden Blick über die Weinberge und die Dordogne – der perfekte Ausklang für einen unvergesslichen Tag.

Bergerac ist ein Ort, an dem Geschichte, Genuss und die Schönheit des Périgord aufeinandertreffen. Vielleicht wirst du, wie viele andere vor dir, am Ende deines Besuchs feststellen, dass du längst dein Herz an diese kleine Stadt verloren hast.

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