Politik & Gesellschaft

Bericht belastet Innenminister Nuñez im Fall Rima Hassan

Eine Fernsehrecherche wirft Laurent Nuñez vor, im April eine falsche Information über angebliche Drogen bei Rima Hassan mitverbreitet zu haben. Sein Umfeld weist den Vorwurf zurück.

Paris – 17.09.2026: Eine Recherche der Sendung "Complément d'enquête" setzt Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez im Fall der Europaabgeordneten Rima Hassan unter politischen Druck. Dem Bericht zufolge griff Nuñez im April gegenüber Journalisten Angaben über angeblich bei Hassan gefundene synthetische Drogen auf. Spätere Laboruntersuchungen bestätigten den Verdacht nicht.

Ausgangspunkt war die Polizeigewahrsamnahme der Abgeordneten von La France insoumise am 2. April in Paris. Sie wurde wegen des Verdachts der Billigung von Terrorismus im Zusammenhang mit einem Beitrag im Netzwerk X vernommen. Noch während der Maßnahme berichteten mehrere Medien über Substanzen, die in ihren persönlichen Sachen gefunden worden sein sollten. Zunächst war von Cannabidiol und der synthetischen Droge 3-MMC die Rede.

Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärte nach der Gewahrsamnahme, die Stoffe müssten noch ergänzend untersucht werden. Nach Angaben mehrerer Medien fielen die toxikologischen Analysen negativ aus. Das getrennt geführte Verfahren wegen möglichen Betäubungsmittelbesitzes wurde am 9. April eingestellt. Hassan hatte stets bestritten, Drogen bei sich gehabt zu haben. Bei der gefundenen Substanz habe es sich um legal erworbenes Cannabidiol gehandelt.

Nach Darstellung von "Complément d'enquête" wurde Nuñez am 2. April auf einer Zugfahrt nach einem Termin in Bordeaux von Journalisten auf die Berichte angesprochen. Einer der von der Redaktion zitierten Journalisten sagt, der Minister habe erklärt, die Angaben könnten zutreffen. Dabei habe er einen synthetischen Stoff und ein Kokain-Derivat erwähnt, zugleich jedoch eingeräumt, sich damit nicht gut auszukennen.

Das Umfeld des Innenministers bestreitet, dass daraus eine gezielte Weitergabe vertraulicher Ermittlungsinformationen abzuleiten sei. Es habe sich um ein nicht öffentliches Gespräch gehandelt, das Journalisten über bereits publizierte Angaben begonnen hätten. Nuñez habe zur Vorsicht gemahnt, heißt es aus seinem Umfeld. Eine persönliche Stellungnahme des Ministers zu den Vorwürfen wurde zunächst nicht bekannt.

Hassans Anwalt Vincent Brengarth sieht in den Äußerungen, sollten sie bestätigt werden, einen möglichen weiteren Verstoß gegen das Ermittlungsgeheimnis und die Unschuldsvermutung seiner Mandantin. Die Abgeordnete forderte nach den neuen Berichten den Rücktritt von Nuñez. Bereits Anfang April hatte die Pariser Staatsanwaltschaft wegen der frühen und detaillierten Medienberichte während der Gewahrsamnahme Ermittlungen wegen einer möglichen Verletzung des Ermittlungsgeheimnisses eröffnet.

Damit geht es juristisch vor allem um die Herkunft und Weitergabe der damaligen Angaben. Politisch steht die Frage im Raum, wie sorgfältig ein Innenminister mit unbestätigten Informationen aus einem laufenden Verfahren umgehen muss. Gesichert ist bislang, dass das Verfahren wegen mutmaßlichen Drogenbesitzes eingestellt wurde. Ein Ergebnis der Untersuchung zu den Veröffentlichungen ist bislang nicht öffentlich mitgeteilt worden.

Quellen

  • franceinfo
  • Le Parisien
  • RTL
  • Pariser Staatsanwaltschaft

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels