Mit den Olympischen Spielen in Paris im vollen Gange rückt auch in Besançon der Sport ins Rampenlicht. Die Ausstellung "Go!" bietet eine faszinierende Rückschau auf die sportliche Entwicklung der Stadt von 1865 bis 2020. Diese einzigartige Schau weckt Erinnerungen an bedeutende sportliche Momente.
Ein sportliches Erbe von mehr als einem Jahrhundert
Während die Olympischen Spiele in Paris am 26. Juli mit einer spektakulären Eröffnungsfeier ihren Anfang nahmen, zeigt auch Besançon seine sportliche Seite. Die Ausstellung "Go!" gewährt Einblicke in mehr als ein Jahrhundert Sportgeschichte der Hauptstadt des Franche-Comté. Dabei werden sowohl bekannte als auch wenig bekannte städtische Sammlungen hervorgehoben und einige bislang unveröffentlichte Objekte aus Privatkollektionen oder Sportvereinen präsentiert. Bis zum 19. Oktober 2024 kann die Ausstellung besichtigt werden.
Der Beginn der sportlichen Ära in Besançon
Die Geschichte des Sports in Besançon beginnt 1865 mit der Gründung der ersten Sportgesellschaft, der Société nautique de Besançon (SND). "Es war eine rein männliche Gesellschaft, in der die Männer nicht nur Sport trieben, sondern auch musizierten und gemeinsam feierten", erklärt Nicolas Boffy, der Kurator der Ausstellung "Go!".
Vom Elitesport zur Volksbewegung
Anfangs war Sport eine Domäne der Elite oder des Militärs, doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde er populär. Die historische Abteilung von Besançon arbeitete eng mit den Wissenschaftlern der Universität Besançon zusammen, um diese Entwicklung nachzuvollziehen. Dabei begannen die Forschungen bei den Anfängen der körperlichen Aktivitäten in der Antike. "Wir haben das Mittelalter, die Renaissance und schließlich die Moderne und Gegenwart durchlaufen", berichtet Christian Vivier, Leiter des C3S-Labors der UFR STAPS in Besançon.
Sport in den Schulen und der kulturelle Kontext
In der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden die sogenannten Lendits in den Schulen, sportliche Veranstaltungen, die zur körperlichen Erziehung der Jugend beitrugen. Die Ausstellung "Go!" greift den Geist der Olympischen Spiele auf und geht noch einen Schritt weiter, indem sie eine kulturelle und wissenschaftliche Perspektive einnimmt. "Das erlaubt uns, verschiedene Aspekte des Sports zu beleuchten: Sport im städtischen Leben, Sport im Zusammenhang mit dem Lebensstil der Bewohner", erläutert Aline Chassagne, Kulturbeauftragte der Stadt Besançon. Besucher haben so die Möglichkeit, die Bedeutung des Sports in Besançon, seine Ursprünge und herausragende Athleten kennenzulernen.
Ein Blick auf die Höhepunkte der Sportgeschichte
Die Ausstellung zeigt nicht nur die Entwicklung des Sports, sondern auch die bedeutenden Ereignisse, die die kollektive Erinnerung geprägt haben. Von den frühen Ruderregatten der SND bis hin zu den modernen Sportarten – Besançon hat eine reiche sportliche Geschichte vorzuweisen. Doch was bedeutet Sport heute für die Bewohner der Stadt? Diese und viele andere Fragen werden in der Ausstellung behandelt, die sowohl Geschichtsliebhaber als auch Sportbegeisterte gleichermaßen anspricht.
Eine Reise durch die Zeit
Besançons sportliche Geschichte ist eine Reise durch die Zeit, die zeigt, wie sich der Sport von einer exklusiven Tätigkeit zu einer weit verbreiteten Freizeitbeschäftigung entwickelt hat. Dabei werden historische Wendepunkte, gesellschaftliche Veränderungen und die Rolle des Sports im Alltag der Menschen beleuchtet. Es ist faszinierend zu sehen, wie Sport in Besançon über die Jahre hinweg eine feste Größe wurde und immer mehr Menschen in seinen Bann zog.
Die Ausstellung "Go!" in Besançon ist mehr als nur eine sportliche Retrospektive – sie ist eine Hommage an die bewegte Geschichte des Sports und die Menschen, die sie geprägt haben. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Sportinteressierte, sondern für alle, die mehr über die kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Stadt erfahren möchten. Besançon zeigt sich von seiner sportlichen Seite und lädt dazu ein, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Sports hautnah zu erleben.
„Go!“ in der Bibliothèque d'étude et de Conservation, 1 rue de la Bibliothèque, 25000 Besançon, zu sehen vom 9. Juli bis 19. Oktober 2024.
Geöffnet von Dienstag bis Samstag, 14h-18h.
Freier Eintritt/Führungen am Samstag um 14:30 Uhr