Paris – 07.09.2026: Der Betrug durch gezielte Manipulation von Bankkundinnen und Bankkunden hat in Frankreich stark zugenommen. Der Schaden erreichte 2025 insgesamt 516 Millionen Euro und lag damit 34 Prozent über dem Vorjahreswert, wie die Banque de France am Montag mitteilte. Auf diese Delikte entfielen 41,6 Prozent der gesamten Schäden durch Betrug mit bargeldlosen Zahlungsmitteln.
Besonders verbreitet sind Anrufe angeblicher Bankberater. Die Täter geben sich häufig als Beschäftigte einer Sicherheits- oder Betrugsabteilung aus, behaupten, auf dem Konto verdächtige Vorgänge entdeckt zu haben, und setzen ihre Gesprächspartner unter Zeitdruck. Anschließend sollen die Betroffenen sich in ihr Onlinebanking einloggen, Codes nennen oder eine vermeintliche Sicherheitsmaßnahme bestätigen. Tatsächlich geben sie damit oft selbst eine Überweisung oder Kartenzahlung zugunsten der Kriminellen frei.
Diese Methode nutzt aus, dass moderne Sicherheitssysteme eine ausdrückliche Bestätigung durch den Kontoinhaber verlangen. Technische Hürden werden somit nicht zwingend überwunden; stattdessen bringen die Täter ihre Opfer dazu, eine Transaktion selbst zu autorisieren. Das erschwert zugleich die Unterscheidung zwischen einem unbefugten Zugriff und einer unter Täuschung freigegebenen Zahlung.
Der größte Teil des Schadens durch solche Manipulationsbetrügereien entfiel 2025 auf Überweisungen: 376 Millionen Euro. Die Schäden bei Kartenzahlungen blieben nach Angaben des Observatoriums für die Sicherheit der Zahlungsmittel stabil. Zugleich sank die allgemeine Betrugsquote bei Karten auf den niedrigsten bisher gemessenen Wert: 47 Euro je 100.000 Euro Zahlungsvolumen.
Beim Scheckbetrug verzeichnete das Observatorium ebenfalls einen Rückgang, und zwar um 16 Prozent binnen eines Jahres. Verbesserte Kontrollen hätten 41 Prozent der versuchten Betrugsfälle verhindert. Gestohlene Schecks bleiben jedoch ein erhebliches Risiko: Sie machten 90 Prozent der betrügerisch verwendeten Schecks aus. Banken sollen deshalb den Versand neuer Scheckhefte besser absichern und Versand sowie erwarteten Empfang getrennt ankündigen.
Die Banque de France will die Prävention nun gemeinsam mit Banken, Telekommunikationsunternehmen und digitalen Plattformen verstärken. Geplant sind Maßnahmen gegen betrügerische Telefonnummern, Inhalte und Konten sowie bessere bankinterne Erkennungssysteme. Dazu gehören individuell angepasste Überweisungslimits, der Austausch von Warnhinweisen und technische Verfahren, die ungewöhnliche Vorgänge frühzeitig erkennen sollen.
Seit dem 7. Mai 2026 verwaltet die Banque de France zudem ein nationales Verzeichnis verdächtiger Bankkonten. Es soll Instituten helfen, Hinweise auf auffällige Transaktionen schneller auszutauschen. Kunden sollten bei unerwarteten Anrufen weder Zugangsdaten noch Geheimcodes oder Zahlungsfreigaben weitergeben, das Gespräch beenden und ihre Bank ausschließlich über eine selbst recherchierte Nummer kontaktieren.
Quellen
- Franceinfo: Arnaque bancaire – la fraude par manipulation augmente en France
- Banque de France: Observatorium für die Sicherheit der Zahlungsmittel
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).