Politik & Gesellschaft

Bewährungsstrafen nach Online-Gewalt: Zwei Streamer in Nizza verurteilt

Das Strafgericht in Nizza hat die Streamer Owen Cenazandotti und Safine Hamadi wegen Gewalt und Demütigungen in Onlineübertragungen verurteilt. Zudem dürfen beide sechs Monate lang keiner Tätigkeit in sozialen Netzwerken nachgehen.

Nizza – 05.08.2026: Fast ein Jahr nach dem Tod des Streamers Jean Pormanove hat das Strafgericht in Nizza zwei frühere Mitwirkende seiner Onlineformate verurteilt. Owen Cenazandotti, im Netz als Naruto bekannt, erhielt eine zweijährige Freiheitsstrafe auf Bewährung und eine Geldstrafe von 15.000 Euro. Gegen Safine Hamadi verhängte das Gericht 18 Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 5.000 Euro.

Zusätzlich dürfen beide Männer sechs Monate lang keiner Tätigkeit in sozialen Netzwerken nachgehen. Gegenstand des Verfahrens waren Gewalt und Demütigungen, die zwischen 2023 und 2025 in zahlreichen Liveübertragungen zunächst auf Twitch, später auf Kick zu sehen waren. Neben Jean Pormanove betrafen die Vorwürfe einen weiteren Beteiligten, der im Netz unter dem Namen Coudoux auftrat.

Cenazandotti wurde den vorliegenden Berichten zufolge wegen Gewalttaten und Anstiftung zu Hass schuldig gesprochen. Von den Vorwürfen des Missbrauchs der Schutzbedürftigkeit und der Verbreitung bestimmter Inhalte sprach ihn das Gericht frei. Hamadis Verurteilung bezieht sich ebenfalls auf dokumentierte Szenen der Gewalt und Erniedrigung. Die Richter beurteilten damit Vorgänge, die über einen langen Zeitraum öffentlich übertragen und als Unterhaltung vermarktet worden waren.

Jean Pormanove, mit bürgerlichem Namen Raphaël Graven, war am 18. August 2025 während einer Liveübertragung auf Kick gestorben. Sein Tod war nicht Gegenstand des nun abgeschlossenen Verfahrens. Nach der Obduktion hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, es gebe keine Hinweise darauf, dass eine Einwirkung Dritter den Tod verursacht habe. Die entsprechenden Ermittlungen wurden im Februar 2026 eingestellt.

Der Prozess gegen Cenazandotti und Hamadi hatte im Juli begonnen. Verhandelt wurden Vorwürfe gemeinschaftlich begangener Gewalt, der Ausnutzung von Schutzbedürftigkeit, der Verbreitung gewalthaltiger Bilder sowie der Anstiftung zu Hass oder Gewalt. Das Gericht musste dabei bewerten, wo die Inszenierung eines auf Provokation angelegten Formats endete und strafbare Gewalt begann. Dafür wurden zahlreiche gesicherte Sendestunden herangezogen.

Das Geschäftsmodell der Szene beruhte auf langen Direktübertragungen, der Beteiligung des Publikums und Einnahmen aus wachsender Aufmerksamkeit. Nach Gravens Tod hatten die Behörden zudem Ermittlungen gegen die Plattform Kick und deren Verantwortliche eingeleitet. Das Pariser Gericht verpflichtete die Plattform Ende 2025, den betroffenen Kanal in Frankreich zu sperren und erneut hochgeladene Aufnahmen von Gewalt und Demütigungen unverzüglich zu entfernen.

Mit den Bewährungsstrafen, Geldbußen und dem zeitweiligen Tätigkeitsverbot sanktionierte das Gericht sowohl die körperlichen Übergriffe als auch deren öffentliche Verwertung in sozialen Netzwerken.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Parquet de Paris
  • Tribunal judiciaire de Paris

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels