Paris – 08.08.2026: Lange Autofahrten, freie Nachmittage und die fehlende Schulroutine machen Smartphones, Tablets und Spielekonsolen in den Sommerferien zu ständigen Begleitern. Franceinfo greift deshalb die Frage auf, wie Familien Kindern und Jugendlichen eine zeitweise Distanz zu Bildschirmen ermöglichen können. Die französische Krankenversicherung Assurance Maladie empfiehlt keinen abrupten Entzug, sondern gemeinsam festgelegte, verständliche Grenzen.
Am Anfang sollte eine ehrliche Bestandsaufnahme stehen: Eltern und Kinder klären gemeinsam, wie viel Zeit täglich vor einem Bildschirm vergeht und wofür die Geräte genutzt werden. Schulische Anwendungen, Gespräche mit Freunden, Spiele, soziale Netzwerke und passiver Medienkonsum erfüllen unterschiedliche Zwecke. Gerade das wiederholte kurze Prüfen des Telefons kann jedoch den Tagesablauf zerstückeln und die Konzentration auf andere Beschäftigungen erschweren.
Für die Ferien raten die Fachstellen dazu, Regeln nicht als pauschales Verbot zu formulieren. Praktischer sind konkrete Zeitfenster, etwa für eine Sendung, ein Spiel oder den Kontakt zu Freunden, sowie vorab vereinbarte Endzeiten. Eine Uhr oder ein Wecker kann jüngeren Kindern helfen, das Ende der Nutzungszeit nachzuvollziehen. Eltern sollten außerdem altersgerechte Inhalte auswählen und kleinere Kinder bei der Nutzung begleiten.
Besonders wirksam sind eindeutig benannte Situationen ohne Geräte. Die Assurance Maladie nennt Mahlzeiten, Familiengespräche und die Zeit vor dem Einschlafen. Nach den Empfehlungen im französischen Gesundheitsheft sollen Bildschirme eine Stunde vor dem Zubettgehen ausgeschaltet werden. Smartphones oder Tablets eignen sich demnach weder zur Beruhigung noch als Einschlafhilfe. Auch im Kinderzimmer sollten die Geräte nachts keinen festen Platz haben.
Auf Reisen empfiehlt die Krankenversicherung, Bücher, Zeichenmaterial oder Gesellschaftsspiele einzupacken, statt Kindern während der gesamten Fahrt ein Telefon zu überlassen. Zu Hause sollten Erwachsene Alternativen gemeinsam mit ihnen planen: Bewegung im Freien, Besuche, Musik, Basteln, Lesen oder Verabredungen. Wenn Kinder zwischen mehreren Beschäftigungen wählen können, fällt es ihnen eher leichter, vereinbarte Bildschirmzeiten einzuhalten. Für längere Fahrten können Familien zudem Etappen und Pausen vorab festlegen.
Die Glaubwürdigkeit solcher Regeln hängt wesentlich vom Verhalten der Erwachsenen ab. Wer beim Essen oder im Gespräch fortlaufend auf das eigene Telefon schaut, kann von Kindern schwerlich Zurückhaltung verlangen. Gesundheitsbehörden empfehlen deshalb Vereinbarungen für alle Familienmitglieder. Für Kinder unter drei Jahren gilt in Frankreichs Einrichtungen der frühkindlichen Betreuung seit Juli 2025 ein Bildschirmverbot. Bei älteren Kindern sollen Dauer, Inhalte und Begleitung dem jeweiligen Entwicklungsalter entsprechen.
Quellen
- Franceinfo
- Assurance Maladie
- Santé publique France
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).