Paris – 29.09.2026: Frankreichs Bildungsminister Edouard Geffray hat die Gewalt am Rande der jüngsten Schülerproteste scharf verurteilt. Nach Angaben seines Ministeriums wurden am Dienstag zehn Beschäftigte des Bildungswesens sowie mehrere Schüler verletzt. Die Aktionen richteten sich vor allem gegen fehlendes Personal, überfüllte Klassen und nach Darstellung der Schülervertretungen gegen bauliche Mängel an zahlreichen Gymnasien.
Die landesweite Mobilisierung folgte einem Aufruf der Schülergewerkschaft Union syndicale lycéenne zu Blockaden an Gymnasien. Bis zum Mittag registrierte das Bildungsministerium 338 Einrichtungen, an denen es Aktionen oder Störungen gab. Davon waren 40 Schulen vollständig blockiert; an weiteren 44 Standorten versuchten Demonstrierende, den Zugang zu versperren.
Begonnen hatten die Proteste am 21. September am Lycée Antoine-de-Saint-Exupéry in Créteil. Unbesetzte Lehrerstellen waren dort der unmittelbare Auslöser. In der folgenden Woche griff die Bewegung auf weitere Schulen in der Region Île-de-France über. Am Montag waren nach Angaben des Innenministeriums bereits 180 Einrichtungen von Blockaden, Blockadeversuchen oder Zwischenfällen betroffen.
Geffray unterschied zwischen den aus seiner Sicht berechtigten Anliegen vieler Jugendlicher und den Gewalttaten an einzelnen Orten. Vermummte Personen hätten mit Paletten und Matratzen Blockaden errichtet und Schüler zu Konfrontationen gedrängt, sagte der Minister. Er bezog sich auf Vorfälle mit Feuerwerkskörpern, Sachbeschädigungen und Auseinandersetzungen im Umfeld mehrerer Schulen.
Die Polizei nahm am Dienstag nach Angaben des Innenministeriums 40 Menschen fest. Bereits am Vortag hatten die Behörden 164 Festnahmen im Zusammenhang mit den Protesten gemeldet. Für die Sicherheitskräfte ist die Lage heikel: Sie sollen den Unterrichtsbetrieb und das Schulpersonal schützen, treffen bei ihren Einsätzen jedoch auf Minderjährige und örtlich unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen. Friedliche Protestierende und mutmaßliche Gewalttäter lassen sich dabei nicht ohne Weiteres gleich behandeln.
Auch politisch hat sich der Konflikt verschärft. Vertreter von La France insoumise unterstützten Schüler vor einzelnen Schulen und kritisierten das Vorgehen der Polizei. Premierminister Sebastien Lecornu warf der Partei dagegen vor, die Mobilisierung angesichts von Bränden, Feuerwerkskörpern und Verletzten verantwortungslos anzuheizen. Der parteipolitische Streit droht damit die konkreten Forderungen der Jugendlichen zu überlagern.
Die Schülergewerkschaft nennt fehlende Lehrkräfte, zu große Klassen, sanierungsbedürftige Gebäude, dichte Stundenpläne und den Druck durch die Hochschulzulassungsplattform Parcoursup als Ursachen des Protests. Für Personal und Lernbedingungen ist vor allem das Bildungsministerium zuständig; Gewaltvorwürfe, Festnahmen und Polizeieinsätze betreffen zugleich das Innenministerium. Die Bilanz des Dienstags zeigt, dass aus einem Protest über den Zustand der Schulen binnen weniger Tage eine landesweite politische Auseinandersetzung geworden ist.
Quellen
- Franceinfo
- Bildungsministerium Frankreich
- Innenministerium Frankreich
- Le Monde
- Agence France-Presse via Boursorama
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).